HIMMLISCHE VERFÜHRUNG

Veröffentlicht am 25. März 2022
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Es war mal wieder einer dieser unerträglich warmen Tage im Juli. Überhaupt war es bis jetzt ein sehr heißer und trockener Sommer gewesen und bis jetzt war noch kein Ende in Sicht.

Also das perfekte Wetter um fast den halben Tag im vollkommen überfüllten IC zu verbringen.

Die Reisenden drängten sich Dicht an Dicht auf dem Bahnsteig. Der Zug, der gerade eingefahren war, spuckte noch mehr Menschen aus und schon ging das typische Geschiebe und Gedränge los.

„Wagen 6, Wagen 7, Wagen 8…“, las ich die Wagennummern, während ich versuchte Wagen 9 zu erreichen.

Dort angekommen, sah ich, dass vor dem Eingang eine stattliche Menschentraube stand und in das Innere der Zugs drängte. Ich reihte mich als fast Letzter ein und es brauchte einige Minuten, bis ich endlich meinen Koffer in hinein bugsieren konnte um dann selbst einzusteigen.

Ich war froh, dass ich eine Sitzplatzreservierung hatte, denn die Mitreisenden standen schon in den Gängen und hielten Ausschau nach den letzten freien Sitzen.

Ich sah sofort, dass mein Platz belegt war.

„Entschuldigung, aber ich hab den Platz reserviert.“ Der junge Mann sah mich etwas verdutzt an, verdrehte dann die Augen und räumte den Platz. Der ältere Herr, der auf dem Platz daneben saß stand auf und ließ den Jüngeren vorbei.

Währenddessen hatte ich es irgendwie geschafft, meinen viel zu großen Koffer in die Ablage über unseren Köpfen zu hieven.

Ich war nur eine Woche auf Geschäftsreise gewesen, aber irgendwie nahm ich immer zu viel mit.

Ich nahm meinen Platz am Fenster ein und versuchte mich so gut wie möglich „häuslich“ einzurichten, immerhin würde ich über sechs Stunden dort sitzen.

Ich klappte das kleine Tischchen vor mir herunter und kramte alles notwendige aus meinem Rucksack. Eine Wasserflasche, ein wenig Süßigkeiten, mein Handy und vorsichtshalber mein Ladekabel.

In weiser Voraussicht hatte ich mir am Abend vorher noch drei Filme und ein paar Folgen einer Serie herunter geladen. So wurde mir bestimmt nicht langweilig.

Wobei, so wie ich mich kannte, würde ich wahrscheinlich nach einer halben Stunde einschlafen, was auch nichts unbedingt schlecht war.

Früher bin ich gerne Zug mit gefahren, vor allem über längere Strecken. Ich konnte mich gar nicht satt sehen an der vorbei fliegenden Landschaft. Das war aber in einer Zeit, in der ich nicht so häufig per Bahn gereist bin.

Ich arbeite nun seit etwa drei Jahren bei einer IT-Firma und bin deswegen gezwungen, regelmäßig auf Geschäftsreise zu gehen.

Die Firma ist zwar klein, mit etwa 50 Mitarbeiter, aber wir haben deutschlandweit Kunden.

Und mit der Zeit hatte ich gelernt, Zugfahrten zu hassen.

Die ständigen Verspätungen, die überfüllten Wagons und technischen Defekte.

Apropos technische Defekte. Ich hielt meine Hand vor die Schlitze an der Unterseite des Fensters, aus denen gerade bei solch warmen Wetter die erfrischend kalte Luft hätte strömen sollen.

Nichts, kein Luftstrom, nicht einmal ein Hauch.

Erst jetzt viel mir auf, dass es auch ungewöhnlich warm war im Abteil. Ich meine, es war überall warm im Moment, aber in dem Zug war es regelrecht stickig.

Der Mann neben mir bemerkte wohl meinen missmutigen Blick und sagte: „Die Klimaanlogä isch hi.“

„Na super!“, murmelte ich. Meine kurze Hose klebte mir jetzt schon am Arsch.

Dann ging ein Ruck durch den Zug und langsam fuhren wir los.

„Desch is o a Dregschwedda!“, kommentierte der Mann neben mir mit breitestem Akzent, das aktuelle Klima. Ich nickte nur und steckte mir die Kopfhörer in die Ohren und startete einen meiner Filme auf dem Handy.

Und so fuhren wir durch die Lande. Schon nach kurzer Zeit bekam ich kaum noch etwas von meinen Mitreisenden mit, so konzentriert war ich auf den Film.

Es war ein recht neuer und spannender Thriller, mit tollen Schauspielern und einigen Plotwendungen.

Nach zwei Stunden hielten wir an einem der etwas kleineren Bahnhöfe, die wir auf unserer Reise passierten. Der Mann neben mir erhob sich und verabschiedete sich mit einem freundlichen Kopfnicken. Ich sagte nur kurz „Tschüß!“ und wollte mich dann wieder dem Film widmen, als etwas vor mir meinen Blick fing. Ich sah zwischen den ganzen Köpfen der sich im Gang drängenden Menschen eine schwarze Haube. Sie gehörte einer Nonne, die Reihe für Reihe abging und die Sitznummern inspizierte. Sie schien ihren Platz zu suchen.

„Oh Gott, bitte nicht neben mir.“, dachte ich bei mir, denn der Platz neben mir war noch nicht wieder besetzt.

Nicht falsch verstehen, im Grunde habe ich nichts gegen Nonnen oder gegen religiöse Menschen im Allgemeinen, aber ich bin als Atheist selten scharf darauf mich mit solchen Menschen auseinander zu setzten. Und gerade bei Ordensschwestern hatte ich des häufigeren die Erfahrung gemacht, dass sie allzu mitteilsam waren, was ihren Glauben und ihre Berufung anging. Meistens fielen Sätze wie: „Einem jungen Mann wie ihnen, kann eine wenig Glauben nicht schlecht tun.“

Die Nonne hatte sich bis zu meiner Reihe vorgearbeitet und blieb neben dem freien Platz stehen. Sie verglich die Sitznummer mit ihrer Fahrkarte, die sie in Händen hielt und schien wohl ihren Platz gefunden zu haben. Mist.

Ich sah wie sie mich ansprach, konnte sie aber nicht verstehen, weil ich immer noch die Kopfhörer aufhatte. Ich zog einen aus dem Ohr. „Tschuldigung, ich hab sie nicht verstanden.“

Sie lächelte und sagte: „Können sie mir bitte mal helfen?“ Sie sah erst auf ihren Koffer dann auf die Gepäckablage über uns. „Natürlich!“

Ich stand auf und hob ihren Koffer hinauf.

„Danke schön!“, sagte sie höflich.

Ich sah, dass sie gar nicht so alt war, wie ich befürchtet hatte, ganz im Gegenteil, sie sah sogar recht jung aus, vielleicht in meinem Alter oder sogar etwas jünger.

Ich setzte mich wieder und sie nahm neben mir Platz.

Dann konzentrierte ich mich wieder auf den Film. Aus den Augenwinkeln sah ich, dass die Nonne ein Gespräch mit einer jungen Frau auf der anderen Gangseite begonnen hatte.

Gut, ich hatte also meine Ruhe, vorerst jeden falls, denn die Frau stieg schon beim nächsten Halt aus.

Aus den Augenwinkeln sah ich, dass die Nonnen nun mit in den Schoss gelegten Händen einfach da saß.

Ich konnte mir so ein Leben nicht vorstellen, ganz ohne weltlichen Bezug, ohne… ja was eigentlich. Ich dachte an den ganzen Stress den ich hatte, mit dem Job, der Karriere und dem Drang auch irgendwann mal was mit meinen Freunden zu machen. Ich hatte keine Freundin, weil ich einfach keine Zeit dafür hatte. Ich war jede Woche unterwegs im externen Projekten, meist für drei bis sechs Monate bei einem Kunden.

Vielleicht waren solche Leute, Nonnen und Mönche und andere, die sich ganz einer höheren Macht verschrieben hatten sogar glücklicher.

Dann dachte ich an den Sex, den ich, wann immer es möglich war, aus vollen Zügen genoss. Erst vergangene Woche, hatte ich mir eine schöne erotische Massage gegönnt. Ich hatte noch etwas drauf gelegt um mit der Masseuse vögeln zu können. Es war nicht der beste Sex meines Lebens gewesen, aber sie wusste auf jeden Fall, wie sie meinen Schwanz zu melken hatte.

Ich ging häufiger zu solchen Massagen. Das war zwar unterm Strich teurer, als in den Puff zu gehen, aber ich genoss einfach die Atmosphäre und meist waren die Mädchen auch gepflegter und nicht so verbraucht. Dazu bekam man noch eine Massage, was man bei einem Bürojob auch gebrauchen konnte.

Das nächste Mal würde ich mir zwei Mädchen für eine 4 Hände-Massage buchen. Mit dem Aufgeld für den Sex kam ich dann zwar auf fast 500€, aber das war es mir wert.

Ich stellte mir vor wie mich die warmen, zarten Hände erst streichelten und massierten und dann mit geübten Händen meinem Mast zum stehen brachten. Und dann würde ich die freie Auswahl zwischen zwei Muschis genießen, die ich nacheinander und im Wechsel ficken würde.

Ich spürte wie sich bei dem Gedanken zwischen meinen Beinen etwas regte.

Einen Moment hielt ich in meinen Gedanken inne. Konnte ich wirklich an Sex und käufliche Liebe denken, während eine Nonne neben mir saß? Was wenn sie durch den dünnen Stoff meiner Hose meinen Ständer sehen konnte?

Auf der anderen Seite waren die Gedanken ja frei, und wenn sie mir in den Schritt starren würde, wäre es auf jeden Fall nicht mein Fehler.

Trotzdem brach ich meinen Fantasien an der Stelle ab.

Spätestens heute Abend, wenn ich zuhause im Bett lag, würde ich dort weitermachen.

Mein Film näherte sich langsam dem Höhepunkt und zwar im wahrsten Sinne des Wortes, denn gerade lief eine sehr heiße Sexszene zwischen dem Helden und seiner Eroberung. Die Darstellung war schon sehr explizit und man sah genau die Titten der Darstellerin oder den blanken Arsch des Schauspielers, als er auf seiner Gespielin lag.

Plötzlich wurde mir bewusst, dass die Nonne neben mir ebenfalls das Geschehen sehen konnte.

Das war mir in dem Moment so unangenehm, dass ich schnell die Home-Taste drückte und mir eine halbe Sekunde später mein Startbildschirm angezeigt wurde.

Ich hörte die Nonne neben mir leicht lachen und sagen: „Schauen sie ruhig weiter, das macht mir nichts aus.“

Verdammt, sie hatte es also gesehen. Das war mir jetzt wirklich unangenehm.

„Nee, schon gut.“, antwortete ich, während ich meine Kopfhörerkabel aufrollte.

„So gut war der Film jetzt auch nicht“, log ich.

Ich stützte den Ellenbogen auf der Lehne meines Sitzes ab und schaute mit dem Kopf auf die Hand gestützt aus dem Fenster. Viel zu sehen gab es nicht. Leere weite Felder, die hin und wieder von kleinen Wäldchen oder Ortschaften unterbrochen wurden. Und auf all das brannte die Sonne unbarmherzig herunter.

Meine Augen wurden schwer und ich dachte darüber nach ein wenig zu schlafen, als die Ordensschwester mich ansprach: „Ach, ist das nicht ein herrliches Wetter?“

Ich drehte mich um und antwortete, mehr aus Höflichkeit, als aus dem Wunsch heraus mich zu unterhalten: „Ja, das stimmt, wobei es langsam mal ein wenig kühler werden könnte, oder wenigstens könnte es mal ein bisschen regnen.“

Sie lächelte. „Ja, ein wenig Regen wäre schon gut, vor allem für die Natur. Ist ja alles so schrecklich trocken.“

Und damit schien das Gespräch auch schon wieder beendet, denn ich wusste nicht viel darauf zu sagen. Ich hatte in den letzten Tagen, bzw. Wochen schon mit so vielen Leuten über das heiße Wetter geredet, dass mir das Thema ein wenig aus den Ohren heraus hing.

Doch kurze Zeit später brach die None erneut ihr Schweigen: „Und, sind sie privat oder geschäftlich unterwegs?“

„Geschäftlich. Ich war für eine Woche auf Geschäftsreise und bin jetzt auf dem Weg nach Hause.“

Sie nickte und sagte: „Machen sie das häufiger?“

„Na ja, ich bin fast jede Woche unterwegs.“

Ihre Augen weiteten sich erstaunt: „Oh, das ist doch bestimmt sehr interessant und spannend. Da sieht man doch viel von der Welt.“

„Leider nicht!“ Ich setzte eine etwas verknitterte Mine auf. „Es ist eher anstrengend. Ich lebe fast nur noch aus dem Koffer und die Abende auf irgendwelchen Hotelzimmern zu verbringen ist auch nicht so spannend. Klar, manchmal unternehme ich schon die ein oder andere Tour durch die Städte, aber meistens bin ich von der Arbeit zu müde dafür. Zum Glück hab ich jetzt erst mal Urlaub.“

Sie hörte geduldig zu, während ich jammerte.

„Als was arbeite sie, wenn ich fragen darf?“

„Ich bin Consultant.“ Ich sah ihren fragenden Blick und fügte hinzu: „Ich berate Firmen und Unternehmen in IT — Belangen, bzw. unterstütze sie beim Entwickeln von Software.“

Die Nonne sah recht beeindruckt aus: „Das klingt ja wirklich interessant. Ich hab ja mit dieser ganzen Technik nicht so viel zu tun.“,gestand sie. „Wir haben zwar im Kloster auch einen Computer, aber den nutze ich nur ganz selten. Und so ein Smartphone hab ich auch nicht. Nur ein normales Handy, mit Tasten.“

Obwohl sie so jung war, kam sie mir sehr alt vor.

„Ach, das ist alles Gewöhnungssache.“, sagte ich. Das Thema war wohl schon erschöpft, denn ich wusste nichts mehr, was ich noch dazu sagen sollte.

Aber aus irgendeinem Grund wollte ich das Gespräch nicht enden lassen. Meiner anfänglichen Befürchtung zum Trotz, war es sehr angenehm mich mit ihr zu unterhalten. Sie schien ein sehr sanftes Wesen zu haben, denn sie lächelte fast die ganze Zeit.

Ich fragte ohne groß nachzudenken: „Und sie, privat oder geschäftlich?“

Erst dann erkannte ich die Absurdität meiner Frage. Sie schien es aber nichts so zu sehen, denn sie lachte und sagte dann: „Tatsächlich bin ich privat unterwegs. Meine Schwester ist in den heiligen Bund der Ehe eingetreten, und das wollte ich natürlich nicht verpassen.“

‚In den heiligen Bund der Ehe eingetreten‘, so konnte auch nur eine Nonne reden.

„Ah, schön.“, antwortete ich, um überhaupt etwas zu sagen.

„Und, sind sie verheiratet?“, fragte sie mich.

Ich lachte verbittert: „Nein, ich hab noch nicht einmal eine Freundin. Bei so einem Job ist es schwierig jemanden zu finden.“

„Ach, das ergibt sich bestimmt noch. Für jeden Menschen gibt es ein passendes Gegenstück, man muss nur Geduld haben.“

Na toll, jetzt bekam ich schon Beziehungstipps von einer Nonne. Ich zuckte nur die Schultern.

„Darf ich sie noch etwas fragen?“

Ich nickte.

„Glauben sie an Gott?“ Bäm, da war es, also lag ich mit meiner Vermutung richtig.

Na gut, ich würde das jetzt durch ziehen.

„Um ehrlich zu sein, nein. Ich hatte mit Religion und Glauben nie viel am Hut.“

Das war meist der Punkt in solchen Gesprächen an dem es etwas unentspannt wurde. Meistens versteifte sich das Gegenüber und es kamen Bemerkungen wie: „Ach so, so einer sind sie!“

Diesmal war es aber anders. Sie lächelte wieder und zum ersten Mal fiel mir auf, dass sie gar nicht mal so hässlich war. Sie hatte recht helle Haut, mit einer kleinen Stubsnase, auf der sich viele Sommersprossen tummelten. Ihre hell blauen Augen blickten mich neugierig an, als sie sagte: „Ach, das ist ja interessant. Ich finde das immer spannend mich mit Leuten zu unterhalten die nicht meinen Glauben teilen. Darf ich fragen wieso sie nicht glauben?“

Mit solch einer Antwort hatte ich nicht gerechnet und die Frage überrumpelte mich ein wenig.

Ich zuckte mit den Achseln. „Hmm… ich weiß es nicht so genau. Ich meine, ich wurde schon katholisch erzogen, bin getauft, Kommunion und Firmung hab ich auch mitgemacht, war sogar Messdiener, aber ich hab irgendwann gemerkt, dass ich an all das, die Bibel, Jesus und so nicht glaube. Ich kann mir nicht vorstellen, das alles so gelaufen sein soll. So funktioniert die Welt nicht, meines Erachtens nach. Und der Gedanke an einen Gott, wie auch immer man ihn nennt, der auf einen herunter schaut und jeden Schritt sieht und alles beurteilt, erschreckt mich eher.“

Sie hatte meinen Ausführungen geduldig gelauscht: „Bei mir ist es genau anders herum. Den Gedanken an einen Gott, der über mich wacht, beruhigt mich. Und wenn ich mir die Welt so anschaue, kann es doch nur ein Gott gewesen sein, der all das erschaffen hat.“

Sie machte eine ausladende Geste, um ‚das alles‘ zu unterstreichen. Dabei haute sie mir aus Versehen ihre Hand ins Gesicht. Einen kurzen Moment roch ich ihre warme Haut. Sie roch nicht nach Parfüm oder Creme oder Ähnlichem, aber sie roch irgendwie… gut.

Während ich etwas verwirrt dreinschaute entschuldigte sie sich und strich mir mit den Fingern, die unglaublich weich waren, über das Gesicht: „Oh mein Gott, das tut mir leid!“ Ich lachte und sagte, dass es schon gut sei und nichts passiert wäre. Dann lachte sie auch aus tiefstem Herzen und sie hatte ein wirklich schönes Lachen, hell und freundlich.

Als wir uns beruhigt hatte, fragte ich sie: „Und darf ich fragen, wie sie… also warum…?“

Ich wusste nicht wie ich den Satz ordentlich zu ende bringen sollte.

„Warum ich den Weg des Glaubens gewählt habe?“, nahm sie den Faden auf. Ich nickte nur.

„Meine Eltern waren sehr gläubig und ich bin mit diesem Glauben aufgewachsen, er ist ein Teil von mir. Ich hab schon früh in unserer Gemeinde geholfen und für mich war es eigentlich ein logischer Schritt, mein Leben dem Glauben zu widmen.“ Sie lächelte schief und setzte nach: „Aber das können sie wahrscheinlich nicht ganz verstehen.“

„Hmm, ja und nein. Ich meine, ich hab mein Leben auch etwas gewidmet, nämlich dem Programmieren und das bestimmt auch meinen Tag und alles. Im Grunde ist es ja auch nichts anderes.“ Nur das ich vögeln darf, dachte ich noch bei mir. Aber sofort schalt ich mich, weil die nette Nonne so einen Gedanken nicht verdient hatte.

Den Rest der Reise unterhielten wir uns sogar recht angeregt, im wahrsten Sinne des Wortes über Gott und die Welt. Sie schilderte mir ihr Leben im Kloster und ich erzählte von meinem Tagesablauf, während sie ehrlich interessiert zuhörte.

Bald fanden wir heraus, dass wir sogar das gleiche Ziel hatten.

Ich wohne seit einem halben Jahr in einer mittelgroßen Stadt und war, wegen der Arbeit dort hingezogen, nachdem ich in einem anderen Unternehmen gekündigt hatte.

Ich hatte mir noch nicht die Zeit genommen, die neue Stadt ausgiebig zu erkunden, daher war es mir auch entgangen, dass es dort ein Kloster gab.

Irgendwann kamen wir dann in der Großstadt an, in der wir aussteigen und in den Regionalexpress umsteigen mussten. Ich half der Schwester ihren Koffer aus der Ablage zu holen und wir wechselten zusammen das Gleis. Die ganze Zeit waren wir in anregende Gespräche vertieft.

Sie war sehr intelligent und gar nicht so weldfremd, wie ich zuerst vermutet hatte.

Die halbe Stunde Fahrt bis in unsere Stadt verbrachten wir auch gemeinsam.

Die anderen Reisenden beäugten verwundert das ungleiche Pärchen. Ich in verschwitztem T-Shirt und zerknitterten, kurzen Hose und die Nonne, verhüllt in ihrer Robe.

Am Zielbahnhof verabschiedeten wir uns und sie dankte mir für die nette Gesellschaft, was ich ehrlich nur erwidern konnte. Dann ging sie zum Ausgang, während ich mir im Bahnhof noch einen Kaffee holte.

Ich hatte etwa zehn Minuten Fußweg vor mir, und ich brauchte echt ein wenig Koffein.

Als ich auf den Bahnhofsvorplatz trat, sah ich die Nonne einsam an einer Bushaltestelle stehen. Ich kannte die Linie und wusste, dass sie nur einmal pro Stunde fuhr.

Ich ging zu ihr rüber. „Hallo nochmal, müssen sie lange warten, auf den nächsten Bus?“

Sie nickte und sah etwas niedergeschlagen aus. „Ja, der kommt wohl erst in 50 Minuten. Ich hab ihn wohl gerade verpasst.“

„Oh, das ist natürlich nicht so schön.“ Die Sonne brannte immer noch, obwohl es schon früher Abend war. Ich schwitzte am ganzen Leib, also wollte ich mir gar nicht vorstellen, wie es ihr ging, in der schwarzen Tracht.

„Kann sie denn niemand abholen, aus dem Kloster meine ich?“

„Nein, unsere Äbtissin ist dagegen. Sie meint, wenn wir reisen, sollen wir es auf eigenen Füßen tun.“

Ich dachte kurz nach. „Soll ich ihnen vielleicht ein Taxi rufen? Sie müssen doch kaputt gehen in ihrer Kleidung.“

„Ach, das ist nicht so schlimm.“ Ich sah an ihrem Blick, dass das glatt gelogen war. Sie fügte hinzu: „Und das mit dem Taxi kann ich wirklich nicht annehmen.“

Doch ich wollte sie nicht einfach so im Regen stehen lassen, bzw. in dem Fall in der Sonne.

„Und wenn es ein selbstloser Akt der Nächstenliebe wäre.“, sagte ich leicht schmunzelnd.

Sie lachte wieder und sagte dann: „In so einem Fall kann ich das natürlich nicht ausschlagen.“ Scherzhaft fügte sie noch hinzu: „Ich will sie ja nicht daran hindern ihre verlorene Seele zu retten.“

Wenn sie keine Nonne gewesen wäre, hätte man das auch als Flirten interpretieren können.

Ich verlor keine Zeit, ließ meinen Koffer eben bei ihr stehen und ging zum Taxistand. Ich erklärte dem Fahrer des ersten Taxi in der Reihe mein Anliegen. Wir handelten ein Festpreis aus und ich gab ihm das Geld mit einem ordentlichen Trinkgeld, woraufhin er direkt zu der Bushaltestelle fuhr. Ich folgte mit schnellem Schritt und kam an, als der Taxifahrer gerade den Koffer der Schwester in den Kofferraum hievte.

Bevor sie einstieg, verabschiedete sich die Nonne sich noch einmal von mir. Sie sah wirklich erleichtert aus als sie mir die Hand gab. Ihre unglaublich weiche Hand. Unsere Blicke trafen sich und ließen sich nicht mehr los. Ich verlor mich in ihren Augen, in ihren wirklich schönen Augen.

Wir hielten uns immer noch die Hände während wir einfach nur da standen. Nach einer gefühlten Ewigkeit ließ sie los und schüttelte kurz den Kopf, als ob sie wieder zu Besinnung kommen musste.

Mit gesenktem Blick und roten Wagen, stieg sei ein. Sie murmelte noch ein halblautes und distanziertes „Danke!“ und schloss dann die Tür. Dann fuhr das Taxi los und ließ mich verwirrt und alleine an der Bushaltestelle stehen.

Zwanzig Minuten später saß ich auf meinem Sofa, die Rollläden nur halb geöffnet, so dass der Raum in ein schummeriges Zwielicht getaucht war. Meinen Koffer hatte ich achtlos im Flur liegen lassen. In meinem Kopf rasten die Gedanken. Ich ließ alles Revue passieren und fragte mich, was genau passiert war. Im Endeffekt war ja eigentlich gar nichts passiert. Ich hatte mich während einer Zugreise gut mit einer jungen Nonne unterhalten, nicht mehr und nicht weniger. Und in genau diesem Punkt war ich mir nicht sicher. War da vielleicht doch noch mehr?

Vor meinem geistige Auge sah ich ihren Blick, als wir uns verabschiedeten, ihre Lippen, auf denen noch Unausgeprochenes verweilte.

Ich raffte mich auf. Rumsitzen und Grübeln würde mich auch nicht weiter bringen.

Normaler weise ist das Erste, was ich tue, wenn ich von einer Reise zurück komme, einen Porno einwerfen und Wichsen. Doch heute kam mir das irgendwie falsch vor. Nicht dass ich keine Lust gehabt hätte, aber… Ich verfolgte den Gedanken nicht weiter und ging erst mal in die Küche um mir etwas zu Essen zu machen.

Als ich satt war, ging es mir schon etwas besser, auch wenn mir das erste Mal meine Wohnung irgendwie leer vorkam. Eigentlich genoss ich das Alleine sein, aber…

Schon wieder ein ‚aber‘. Es gab für meinen Geschmack gerade zu viele ‚aber‘. Ich musste mich ablenken. Also schaltete ich meine Konsole ein und suchte mir aus meiner Sammlung ein Videospiel aus. Ein Ego-Shooter, schien mir genau das Rechte, um meine wirschen Gedanken vorerst zum Schweigen zu bringen.

Reihenweise fielen meine virtuellen Gegnern meinen gnadenlosen Salven aus diversen Waffen zum Opfer. Und wenn die Munition knapp wurde, machte ich mit der Kettensäge oder den bloßen Händen weiter. Der Bildschirm war rot vor Blut.

Eigentlich genoss ich solche Gemetzel immer, war ich mir doch stets bewusst, dass es nicht real war, aber diesmal hatte ich die ganze Zeit eine Stimme im Hinterkopf: „Was würde SIE davon halten?“ Wer SIE war, brauche ich wohl nicht zu erwähnen.

Erst da fiel mir auf, dass ich gar nicht den Namen der Nonne kannte. Ich redete mir ein, dass es sowieso egal war, denn ich würde sie wahrscheinlich eh nie wieder sehen. Warum wurde mir bei dem Gedanken nur so schwer ums Herz.

Das war der Punkt, an dem ich mir selbst so sehr auf die Nerven ging, dass ich entschloss ins Bett zu gehen. Müde genug war ich auf jeden Fall.

Natürlich wollte sich der Schlaf nicht einstellen, als ich eine halbe Stunde später unter mein Laken gekrabbelt war. Immer wieder musste ich an die namenlose Nonne denken. An eine Nonne, eine verdammte Nonne. Ich musste den Verstand verloren haben. Gut, ich gestand mir ein, dass sie nicht so war, wie ich erwartet hatte, aber trotzdem war sie eine Nonne.

Irgendwann gab mein Kopf auf und schenkte mir dann doch noch etwas Schlaf.

Natürlich war ich am nächsten Morgen früher wach als geplant. Ich wälzte mich noch ein paar Mal unruhig im Bett hin und her, sah aber dann ein, dass es doch keinen Sinn machte, weiter zu versuchen, noch mal einzuschlafen.

Beim Blick in den Kühlschrank, musste ich feststellen, dass ich dringend einkaufen musste. Ich hatte jetzt erst mal eine Woche Urlaub und der Inhalt meines Kühlschranks, wenn ich mich zurück halten würde, würde noch bis zum Mittag reichen, sofern ich zum Frühstück ein Stück Käse mit Ketchup essen würde.

Zum Glück hatte ich wenigstens Kaffee, um auf Betriebstemperatur zu kommen.

Nach einer schnellen Dusche, brach ich zum Einkaufen auf.

Ich hatte kein Auto, weil ich recht gut ohne auskam. Deswegen musste ich gute 15 Minuten durch die Stadt laufen um zum Supermarkt zu kommen. Und erst jetzt viel mir auf, wie viele Nonnen es in dieser Stadt gab. Ich hatte das Gefühl, dass hinter jeder Ecke die nächste schwarz-weiß gekleidete Brigade auf mich wartete. Aber meine Nonne sah ich nirgends. Meine Nonne… ich musste aus der Sonne raus, die tat anscheinend meinem Hirn nicht gut.

Ich hatte natürlich die Hälfte vergessen, viel mir auf, als ich meine Einkäufe weg räumte. Ich musste irgendwie einen freien Kopf bekommen.

Ich schaltete meinen Rechner ein und öffnete meine Entwicklungsumgebung. Ich hatte vor Monaten mit einem Programm angefangen, dass ich unbedingt mal fertig machen sollte. Als ich durch den Quellcode blätterte, stellte ich fest, dass ich nicht mehr ganz nachvollziehen konnte, was ich da geschrieben hatte. Typisches Programmiererproblem.

Ich lehnte mich in meinem Stuhl zurück und ließ meinen Blick nach draußen wandern. Es war wirklich schönes Wetter, blauer Himmel mit ein paar vereinzelten Wölkchen, schön warm mit einem lauen Lüftchen. Man sagt ja, dass der natürliche Feind eines Programmierers unter anderem die frische Luft ist, ich hingegen mochte es auch draußen meine Zeit zu verbringen, vor Allem mit dem Laptop.

Ich hatte aber Urlaub, hielt ich mir vor Augen, also eine Zeit zum Entspannen. Also nahm ich mir vor ein wenig spazieren zu gehen und mal endlich die Stadt zu erkunden.

Meistens, wenn ich in der Stadt unterwegs war, ging ich nur in die Innenstadt zum Einkaufen oder zum Bahnhof. Heute entschied ich mich mal dazu, die andere Richtung einzuschlagen.

Ich folgte der Straße die sich langsam den Berg herauf wand. Ich ging an hohen Mehrfamilienhäusern vorbei, die bald von kleinen Einfamilienhäusern mit sauber gepflegten Vorgärten abgelöst wurden. Ich sah Menschen die den Rasen mähten oder Kinder die laut lachend über die Straße liefen.

Irgendwann kam ich in den Teil der Stadt, der wohl am ältesten war. Ich sah hier und dort noch Reste der Stadtmauer und die Gebäude sahen auch entsprechend alt aus. Ich kam mir wirklich vor wie im Urlaub. Hätte ich gewusst, wie schön es hier war, hätte ich schon früher mal eine Streifzug gemacht.

Ich kam auch an einem alten Herrenhaus vorbei, dass als Schloss bezeichnet wurde.

Dann ging die Straße wieder bergab, flankiert von einem dichten Wald.

Vor mir sah ich mehrere Gebäude, die von einer hohen, bewachsenen Mauer umgeben waren.

Als ich näher kam, sah ich die Schrift an der Mauer: Kloster Sankt Agnes.

Plötzlich schwang das Tor auf und eine Gestalt in Nonnentracht trat hervor und hielt kurz inne als sie mich sah. Ich bekam einen kurzen Moment Panik, als SIE auf mich zukam und mich mit den Worten begrüßte: „Wenn ich es nicht besser wüsste, würde ich fast denken sie verfolgen mich!“ Die Freude in ihrer Stimme nahm ihren Worten die Schärfe. Bevor ich auch nur die Chance hatte zu antworten fragte sie: „Was tun sie hier?“

„Ich… äh… bin eigentlich nur ein wenig spazieren gewesen, mal ein wenig die Stadt erkunden“, stammelte ich vor mich hin. „Und sie?“ Ich hoffte auf ein großes Loch, dass mich in dem Moment auf Grund meiner dummen Frage verschlucken würde, doch kam es nicht.

Die Nonne lächelte, als ob meine Frage weder dumm noch sonst etwas war und antwortete: „Ich bin gerade auf dem Weg ins Krankenhaus. Ich bin für die Krankenbesuche zuständig. Möchten sie mich vielleicht ein wenig begleiten?“

Das letzte bisschen Verstand in mir schrie, dass ich nein sagen sollte, als ich mich sagen hörte: „Sehr gerne doch.“

Ich wusste, dass das Krankenhaus sehr nah an der Innenstadt lag und nahm an, dass sie den Bus von der nahegelegenen Haltestelle nehmen würde. Statt dessen schlug sie den entgegengesetzten Weg ein. Ich zeigte Richtung Stadt: „Ähm, das Marien-Krankenhaus ist aber da lang.“

Sie strahlte mich an: „Ich weiß, ich muss aber zum St. Benedikt.“

Oh, ich war verwundert. Das St. Benedikt Krankenhaus war noch weiter weg, als das Marien-Krankenhaus und noch dazu in der anderen Stadt. Als sie meinen verwirrten Blick sah, sagte sie: „Bei solch einem Wetter, gehe ich gerne zu Fuß. Es ist zwar ein wenig weiter, aber so kann ich die Natur genießen.“

Es waren gut fünf Kilometer bis in die nächste Stadt, also schon ein guter Weg, aber ich hatte ja Zeit, also folgte ich ihr, ohne weitere Fragen zu stellen.

Schon bald schwenkte sie in den Wald ein und wir folgten dem Weg, der sich durch die Bäume hindurch wand.

„Und, genießen sie ihren Urlaub?“, fragte sie plötzlich, nachdem wir eine ganze Weile schweigend gingen.

„Na ja, jetzt schon!“, rutschte es mir raus. Ich sah die Röte, die sich auf ihren Wangen ausbreitete. Ich hatte das Gefühl mich ein wenig zu weit aus dem Fenster gelehnt zu haben und fügte schnell hinzu: „Es ist aber auch wirklich schön hier!“ Ich ließ demonstrativ meinen Blick durch den Wald wandern, konnte aber trotzdem nicht verhindern, kurz auf ihrem Gesicht zu verharren. Für einen ganz kurzen Moment trafen sich wieder unsere Augen. Sofort blickten wir schnell weg und schauten zu Boden. Schweigend setzten wir unseren Weg fort.

Wieder war sie es, die das Schweigen brach: „Ich hab noch gar nicht nach ihrem Namen gefragt.“

„Oh, ja, mein Name ist Thomas… Jäger.“

„Hallo Thomas Jäger, ich bin Maria Theresa“, sagte sie und hielt mir die Hand hin. Ich ergriff sie und schüttelte sie. „Schwester Maria Theresa“, fügte sie noch hinzu und das ‚Schwester‘ betonte sie besonders. Wobei ich nicht sicher war ob für mich oder für sich selbst.

„Hallo Schwester Maria Theresa,“, gab ich artig zurück. „Nett sie kennen zu lernen.

Dann fragte sie, wie mein vergangener Abend gewesen sei und ob ich mich schon von der Reise erholt hatte.

Ich antwortete etwas ausweichend, denn ich konnte ihr natürlich nicht erzählen, dass ich echt Schwierigkeiten gehabt hatte, sie aus dem Kopf zu bekommen, so seltsam das auch für mich selbst klang.

Sie erzählte mir anschließend, dass die anderen Nonnen nach ihrer Ankunft im Kloster ganz neugierig waren, wie die Hochzeit gewesen sei, bis die Schwester Oberin sie zu Ruhe gerufen hatte. Die Äbtissin schien wohl, ganz Klischee, sehr streng zu sein.

Wir unterhielten uns wieder über alles Mögliche. Ich erzählte ein paar Sachen aus meiner Jugend und sie berichtete, dass für sie in einer Woche ein großer Tag sei. Dann würde sie sich durch das ewige Profess ganz der Gemeinschaft im Kloster verpflichten. Ich wusste nicht, was das genau zu bedeuten hatte, also erklärte sie es mir: „Auf dem Weg zur Nonne gibt es einige Stationen. Zuerst durchläuft man eine einjährige Kandidatur. Dort lernt man das Klosterleben kennen. Danach beginnt die eigentliche Ausbildung, das Noviziat, das ebenfalls ein Jahr dauert. Man wird in Theologie und anderen Disziplinen unterwiesen. Danach ist man zwei mal zwei Jahre lang Jungprofessin, wobei man noch fester in den Orden integriert wird. Und wenn man danach bereit ist, bindet man sich komplett an den Orden, für den Rest seines Lebens.“

Ich merkte an, dass das sehr anstrengend klang.

„Ja, das stimmt, es ist nicht immer ganz leicht, aber der Glaube hilft mir.“, gab sie zurück. Ich war mir nicht sicher, aber es klang ein wenig nach einer hohlen Phrase.

Ich fragte ein wenig weiter nach: „Haben sie denn nie Zweifel, ob das alles wirklich so richtig ist? Sein Leben ganz Gott und allem zu widmen?“

Sie dachte kurz nach und schien ihre Worte sorgsam abzuwägen: „Jeder zweifelt mal. Und wenn ich mal zweifle, bete ich und mein Glaube stärkt sich wieder.“

Ich dachte über ihre Worte nach. Ich war mir nicht sicher, ob ich aussprechen sollte, was in meinem Kopf war, aber ich wagte es einfach. Im schlimmsten Fall würde sie versuchen, mich eines besseren zu belehren: „Also, sie beten weil sie glauben und glauben weil sie beten. Das klingt ein wenig nach Selbstzweck oder? Würden sie ihren Glauben verlieren, wenn sie aufhören würden zu beten?“

Ich erwartete eine Art von Entrüstung, aber statt dessen sagte sie, tief in Gedanken: „Ich weiß es nicht. Beten und Glaube gehört einfach zu meinem Leben. Ich kann mir nicht vorstellen, ohne Gott zu leben.“

Mit solch einer aufrichtigen Antwort hatte ich nicht gerechnet. Wir beide waren so tief in Gedanken, dass jegliches Gespräch erstarb. Ich versuchte mir vorzustellen, wie es war sich einer Sache so sehr zu verschreiben, dass man sein ganzes Leben hinter sich ließ. Auf der anderen Seite konnte ich das auch nicht wirklich beurteilen.

Irgendwann kamen wir an einer Hütte vorbei. Sie stand etwa 20 Meter tief im Wald, die Rückseite dem Weg zugewandt, an einem kleinen Teich. Auf einem Schild stand: ‚Schutzhütte, gestiftet von den St. Josefs Schützen‘.

Als wir schon eine ganze Weile an der Hütte vorbei waren, stolperte Maria Theresa plötzlich. Sie schien auf einem Stein ausgerutscht zu sein. Sofort war ich da um Schlimmeres zu verhindern und fing sie auf. Einen Moment verharrten wir, während ich sie im Arm hielt. Sie roch wieder so gut wie am Vortag. Dann schien sie sich von dem Schock erholt zu haben und stellte sich wieder gerade hin. Mit einem unsicheren Blick sagte sie leise: „Danke!“ Ich lächelte sie nur an und sie wurde schon wieder rot, als sie die Augen niederschlug.

Als wir unseren Weg fortsetzten sagte sie: „Ich habe mich überhaupt noch nicht bei ihnen für die Taxifahrt bedankt.“

Ich winkte ab: „Ach, kein Problem, dafür haben sie mich die ganze Zugfahrt sehr gut unterhalten, also sind wir quitt.“

„Das kann ich so aber auch nur zurück geben.“ Ich weiß nicht wieso, oder besser wollte mir nicht eingestehen wieso, aber bei diesen Worten machte mein Herz einen kurzen Sprung.

Schon bald kam der Waldrand in Sicht und schon waren wir am St. Benedikt.

Vor dem Haupteingang sagte sie: „Wenn sie möchten, können sie gerne warten, dann können wir wieder gemeinsam zurück gehen. Es würde etwa eine Stunde dauern, aber ich will sie natürlich nicht aufhalten, wenn sie was Besseres zu tun haben.“ Etwas leiser und unsicherer fügte sie hinzu: „Ich würde mich freuen.“

Ich hatte natürlich nichts Besseres zu tun. Ich folgte ihr ins Innere. Während sie den Weg zur Kinderstation einschlug ging ich in die Cafeteria. Ich aß ein Stück Kuchen, trank einen Kaffee und spielte ein wenig mit meinem Handy, als sie nach fast genau einer Stunde wieder kam. Wir verließen das Krankenhaus und sie war irgendwie verändert. Traurig und schweigsam.

Als wir schon ein ganzes Stück Weg hinter uns gebracht hatten, fragte ich vorsichtig, ob alles in Ordnung sei. Sie antwortete nicht sofort und als sie sprach, klang ihre Stimme dünn und belegt: „Erik.“, sagte sie schlicht, als ob das Alles erklären würde.

Als sie merkte, dass ich sie fragend ansah, sprach sie weiter: „Ein 7 jähriger Junge, an Krebs erkrankt. Ich hab mich in den letzten Wochen um ihn gekümmert und es sah so aus, als ob es ihm besser ginge. Wir haben gemeinsam Hoffnung geschöpft. Er war so fröhlich, wenn wir zusammen gespielt haben. Und dann ist er gestorben, als ich auf der Hochzeit meiner Schwester war. Gott bestraft mich dafür.“

Aus einem Impuls heraus nahm ich sie einfach in den Arm und zu meiner Überraschung, ließ sie es zu. Ich wusste nicht recht was ich sagen sollte, aber ich versuchte es: „Ich… glaube nicht, dass Gott sie bestraft. Solche Dinge passieren einfach, ohne Grund, weil es eben so ist. Aber das ist nicht das Wichtige. Wichtig ist, dass sie die ganze Zeit dafür für ihn da waren und ihm Hoffnung geschenkt haben. Und jetzt ist er im Himmel.“

Sie schaute mich an und sagte leise: „Aber sie glauben doch gar nicht an den Himmel.“

„Das stimmt, aber sie tun es.“ In ihren Augen waren Tränen, während sie ein herzlich, befreiendes Lächeln nicht unterdrücken konnte. Sie drehte sich weg und rang um Fassung.

Als sie sich wieder zu mir drehte, hatte sie sich wieder gefangen und die Tränen getrocknet.

„Danke schön, das hab ich gebraucht.“, sagte sie schlicht.

Mit deutlich leichterer Laune schlugen wir wieder den Weg in den Wald ein. Um das Thema zu wechseln, fragte sie nach meinen Hobbys.

„Hmm, Videospielen ist wohl eins davon.“

Sie sagte, sie hätte noch nie ein Videospiel gespielt und fragte interessiert, was man das denn so machen müsse und um was es in solchen Spielen denn ging.

Ich hatte eine Sammlung von fast 200 Spielen für diverse Konsolen und der einzige Plot der mir einfiel, war der von dem Egoshooter, den ich den Abend vorher gespielt hatte, also erzählte ich ihr davon, so unpassend es auch sein mochte: „Also, in einem Spiel, das ich echt gerne spiele, geht es um einen ruchlosen Konzern, der die Tore zur Hölle öffnet um Energie daraus zu gewinnen. Leider brechen Horden von Dämonen aus und man muss als Spieler diese Dämonen aufhalten.“

Ihre Augen wurden groß: „Dann spielt man also einen Krieger Gottes!“

Ich dachte an die ganzen Gedärme und Körperteile, die bei dem Spiel über den Bildschirm flogen und antwortete: „Äh, ja, so in der Art!“

Irgendwann standen wir dann wieder vor dem Kloster. Wir waren fast 5 Stunden unterwegs gewesen, auch wenn es mir nicht so vorkam.

„Ich bedanke mich für die nette Gesellschaft.“, sagte sie, den Knauf vom Tor schon in der Hand. „Ich weiß, sie haben bestimmt Besseres zu tun in ihrem Urlaub, aber ich würde mich freuen, wenn sie mich morgen wieder begleiten.“

Okay, damit hatte ich, ehrlich gesagt, nicht gerechnet. Sie schien meine Anwesenheit genauso angenehm zu finden, wie ich ihre, auch wenn ich wusste, dass sie andere Gedanken dabei hatte als ich.

„Oh, gerne. Wieder um die selbe Zeit?“

Und so hatten wir uns verabredet, am nächsten Tag, wieder um drei Uhr den Weg Richtung St. Benedikt einzuschlagen.

Auf dem Rückweg nach hause hatte ich mir noch einen Döner zum Abendessen geholt und machte mich wieder daran, Dämoneninnereien in der Gegend zu verstreuen. „Ha, ein Krieger Gottes!“, lachte ich vor mich hin. „Ich würde gerne wissen, was Maria Theresa jetzt davon halten würde.“, dachte ich bei mir, während einer Kreatur der Kopf platzte.

Ich ging an dem Abend noch tief in mich und dachte über alles nach. Ich kam mit mir überein, dass es wohl sinnlos wäre zu leugnen, dass ich mich ein wenig in Maria Theresa – Schwester Maria Theresa – verguckt hatte, so abwegig es auch klang. Ich, ein Atheist bis in die Knochen und eine Nonne, wie seltsam es auch klang. Ich gab mich nicht der Hoffnung hin, dass da jemals etwas draus werden würde. Noch würde ich mir irgendwas anmerken lassen. Ich würde einfach ihre Anwesenheit genießen, solange es ging.

Spätestens nach meinem Urlaub würden wir eh wieder getrennte Wege gehen und ich würde das Alles wieder hinter mir lassen können.

Aber für den Moment war es okay und ich genoss einfach das warme Gefühl, wenn ich an sie dachte. Natürlich stellte ich mir auch die Frage, wie sie unter ihrer Kutte aussah, und kurz vor dem Einschlafen schweiften meine Gedanken so ab, dass ich mich fragte, wie es wohl wäre mit ihr zu schlafen, aber aus Anstand unterdrückte ich jeden weiteren sexuellen Gedanken.

Am folgenden Tag stand ich wieder um drei Uhr vor dem Tor in der Klostermauer und sie ließ mich auch nicht lange warten.

Auf dem Weg durch den Wald erzählte sie mir einige Geschichten über die Stadt. Sie kannte sehr viele davon, historische, aber auch heidnische Mythen, mit Riesen und Zwergen, die sich zwischen den Steinen versteckten. Die Zeit verflog wieder wie im Fluge, als ich sie wieder fast fünf Stunden später am Kloster ablieferte. Wir verstanden uns prächtig und das Thema Religion kam immer seltener zur Sprache.

Auch an dem Tag verabredeten wir uns für den nächsten Tag und ich konnte es kaum erwarten, wieder so viel Zeit mit ihr zu verbringen.

Als sie am nächsten Tag durch das Tor kam, sah sie sehr gehetzt und nervös aus. Sie ging sofort über die Straße und sagte ohne weitere Erklärung: „Kommen sie schnell mit.“

Sie sah immer wieder über die Schulter und erst als wir am Waldrand waren, entspannte sie sich.

Mit ernstem Blick sagte sie: „Ich möchte sie bitten, mich heute Abend hier schon zu verabschieden. Einige Schwestern haben uns gesehen und es der Obersten berichtet. Es ist wohl nicht gern gesehen, wenn eine Ordensschwester so viel Zeit alleine mit einem Mann verbringt.“ Ich hatte vergessen, wie streng das Leben im Kloster sein konnte und wollte ihr natürlich keine Schwierigkeiten machen: „Oh, dann geh ich am Besten wieder.“ Doch sofort hakte sie sich an meinem Arm unter und sagte, weitaus weniger ernst: „Das kommt gar nicht infrage. Sie haben den weiten Weg auf sich genommen, dann sollen sie mich auch begleiten.“

Diesmal waren unsere Gespräche weitaus persönlicher als vorher. Ich erzählte ihr von meiner Kindheit in der Stadt, dass ich immer ein Einzelgänger gewesen bin, was mir aber auch nicht viel ausmachte. Ich hatte einfach Spaß mich mit mir selbst zu beschäftigen.

Dann berichtete sie mir von ihrer Kindheit. Sie war auf dem Land aufgewachsen, mit ihren sehr religiösen Eltern und ihrer großen Schwester.

Sie erzählte, dass sie nicht immer Nonne werden wollte. Eigentlich hatte sie geplant, einen ganz normalen Beruf zu erlernen, dann zu heiraten und Kinder in die Welt zu setzen. Leider hat sie mit 16 eine schwere Entzündung im Unterleib bekommen, so dass sie keine Kinder mehr bekommen konnte. Also hat sie sich dazu entschlossen, ihr Leben ganz Gott zu widmen.

„Dass heißt, sie hatten nie…“, rutschte es mir raus, ohne dass ich meinen eigentlichen Gedanken aussprechen konnte. Doch bevor ich dem Satz ein sinnvolles Ende geben konnte, lachte sie und sagte: „Sie fragen sich, ob ich noch nie bei einem Mann gelegen habe?“

Ich mochte ihr Lachen und ihre direkte Art, auch bei unangenehmen Themen.

Ich zuckte nur ertappt mit den Schultern.

„Ich bin keine Jungfrau mehr. Ein junger Mann hat mich nach einer Schulfeier verführt. Damals wollte ich noch keine Nonne werden und ich war auch ziemlich in ihn verliebt. Ich hatte die Hoffnung mit ihm zusammen zu bleiben und ihn zu heiraten. Daher war es für mich in Ordnung, mit ihm zu… körperliche Liebe zu machen. Leider hatte er keine ehrlichen Absichten mit mir, sondern war eine Wette eingegangen, dass schüchterne, religiöse Mädchen ins Bett zu bekommen. Ich war damals so dumm gewesen.“, endete sie traurig.

„Ach, so was passiert doch jedem.“, sagte ich um sie aufzumuntern. „Ich war mal mit einer Frau zusammen, die mir nach zwei Wochen meinen Fernseher und meinen Computer geklaut hat.“

„Oh Gott, das ist ja schlimm!“, sagte sie, aber sie konnte sich ein Lachen nicht verkneifen.

Sie hatte an dem Tag gute Nachrichten, als sie aus dem Krankenhaus kam. Eine junge Frau, die sie betreute würde bald nach langer Krankheit gesundet entlassen werden. Die Erleichterung verschwand den ganzen Rückweg nicht von ihrem Gesicht. Was mich überraschte, war dass sie immer wieder sagte, welch guten Job die Ärzte geleistet hatten, aber nicht ein mal brachte sie Gott ins Spiel.

Auf dem Hin- wie auch auf dem Rückweg hatte sie sich bei mir unter gehakt, und diese Nähe brachte mich fast um den Verstand. Ich hatte mir selbst geschworen, so viel Abstand wie möglich zu halten, und doch wagte ich es irgendwann, meine Hand auf ihre zu legen, die auf meinem Unterarm ruhte. Zu meiner Überraschung, zog sie ihre Hand nicht weg. Ich war verwirrt.

Als ich sie am Waldrand verabschiedete, sagte sie, dass sie am nächsten Tag nicht ins Krankenhaus gehen würde, aber wieder den Tag darauf, am Mittwoch. Sie fragte gar nicht mehr, ob ich mitkommen wollte, sondern sagte mir einfach, dass ich mittwochs am Waldrand auf sie warten solle.

Den gesamten Dienstag war ich nicht wirklich zu gebrauchen. Ich tigerte unruhig durch meine Wohnung und versuchte irgendwie den Tag rum zu kriegen, während ich Maria Theresa nicht aus dem Kopf bekam. Einen Moment war ich mir nicht sicher, ob es überhaupt so gut wäre, wenn ich sie weiter begleiten würde, aber ich wollte keinen Moment mit ihr verpassen.

Irgendwann fiel mir die Decke auf den Kopf, also ging ich ein wenig spazieren.

Kurz dachte ich darüber nach, wieder die Richtung Kloster einzuschlagen, aber entschied mich dagegen. Sollte ich gesehen werden, wie ich vor der Mauer herum lungerte, konnte sich das negativ auf Maria Theresa auswirken.

Stattdessen ging ich in die Stadt und kaufte mir ein neues Spiel, eins bei dem man einen der Apokalyptischen Reiter spielt, den Krieg um genau zu sein, und gegen Engel und Dämonen kämpfen muss. Ich war mir sicher, dass das irgendwie blasphemisch war, aber das war ja nicht mein Problem.

„Oh, das klingt aber interessant. Es gibt wohl viele Spiele mit religiösem Hintergrund.“, sagte Maria Theresa, als ich ihr am nächsten Tag davon erzählte. Als ich am Waldrand um die verabredete Zeit auf sie wartete, war ich nervös wie ein Teenager. Als ich sie um die Ecke kommen sah, konnte ich ein breites Grinsen nicht verbergen. Auch sie lächelte breit, was ihr Gesicht noch schöner machte.

Es war sehr schwül an dem Tag und schon bald klebte mir mein T-Shirt am Rücken. Ich mochte mir kaum vorstellen, wie es der Schwester neben mir ging. Feine Schweißperlen auf ihrer Stirn, verrieten, dass es für sie auch nicht angenehm war.

Diesmal erzählte sie mir von einem Film, den sie gesehen hatte, kurz bevor sie ins Kloster gegangen war. Es ging um zwei gefallene Engel, die versuchten in den Himmel zurück zukehren. Und sie sollten aufgehalten werden von zwei trotteligen Propheten, dem 13. Apostel, einer Muse und dem letzten Nachfahren Christus, einer Frau. Obwohl es eine Komödie war, sagte sie, dass der Film sie doch nachdenken ließ. Dies war das erste Mal, dass sie ernsten Zweifel an allem hegte, nicht am Glauben sondern am System der Religion. Sie hatte sogar ernsthaft darüber nachgedacht, nicht ins Kloster zu gehen, aber sie hatte es sich vorgenommen und wollte es auch durchziehen. Doch in ihren Worten konnte ich hören, dass sie den Zweifel nie ganz losgeworden war.

Mir fiel auf, dass in unseren Gesprächen immer mehr die Fassade der Nonne bröckelte und immer mehr die Frau darunter zeigte.

„Darf ich sie mal was fragen?“, wandte ich mich an sie. Aufmunternd nickte sie mir zu.

„Wenn man ins Kloster geht, bekommt man ja einen neuen Namen. Wie hießen sie… früher?“

Sie lachte: „Das mit dem neuen Namen war bei mir einfach. Ich heiße eigentlich Theresa Maria, benannt nach meinen Großmüttern. Ich wollte den Namen nicht ablegen und hab ihn als Ordensnamen vorgeschlagen. Nur die Reihenfolge hat sich geändert.“

Als wir drei Stunden später das Krankenhaus verließen, türmten sich dicke Wolken am Horizont auf.

„Ich hoffe, es fängt nicht an zu regnen, wenn wir unterwegs sind“, sagte sie mit besorgtem Blick. Leider hörten wir den ersten Donner grollen als wir den Waldrand gerade hinter uns gelassen hatten. Und zehn Minuten später fing es auch schon an zu regnen. Erst nur leicht, doch bald kamen dicke Tropfen vom Himmel. so dass das Blätterdach den Massen nicht mehr standhalten, und kurz darauf waren wir vollkommen durchnässt. Zum Glück kam die Hütte in Sicht und wir suchten direkt Schutz darunter.

Im Grunde genommen, war die Schutzhütte nur ein Dach mit drei Wänden. Im Innenraum standen ein paar Tische und an den Wänden zogen sich Bänke entlang. Aber wir waren viel zu nass um uns zu setzten.

Die Welt verwschand hinter einer dichten Regenwand, immer wieder von Blitzen durchzogen, gefolgt von lautem Donner. Der Wind frischte auf und fegte in die Hütte.

Ich sah, dass sie anfing zu zittern und ich rang mit mir.

Dennoch sagte ich irgendwann: „Ähm, um ehrlich zu sein, wir sollten aus den nassen Sachen raus, bevor wir uns erkälten oder eine Lungenentzündung bekommen.“

Ich hatte mit einer entrüsteten Reaktion ihrerseits gerechnet, aber sie sah aus, als ob sie die Möglichkeiten abwog.

„Und wenn uns jemand sieht?“, fragte sie unsicher.

In den ganzen Tagen, in dem wir den Weg gegangen waren, war uns nie jemand im Wald begegnet. „Ich glaube hier kann uns niemand sehen. Dahinten ist nur Wald und der Teich und vom Weg sieht man uns bestimmt nicht. Wir gehen bis ganz hinten in die Hütte, falls doch noch jemand so wahnsinnig ist bei diesem Wetter im Wald unterwegs zu sein.

Nach kurzem Zögern, willigte sie ein. „Aber, sie dürfen nie darüber reden. Das darf niemand erfahren!“

Ich schwor es ihr und befreite mich sofort von meinem T-Shirt. Zögerlich löste sie die Klammern und nahm ihre Haube ab. Darunter kamen wilde, rote Locken zum Vorschein, die ihr Gesicht einrahmten. Während ich meine kurze Hose auszog und dann nur noch in Boxershorts dastand, entledigte sie sich ihrer Robe und stand dann in ihrer Unterwäsche vor mir, die überraschend normal aussah. Es war ein normales Höschen und ein schlichter BH, beides in Hautfarbe. Ich sah unter ihren Armen dicke Büschel Haare, aber ganz davon abgesehen, musste ich mir eingestehen, dass ihre Kutte, doch einiges verhüllt hatte. Sie war schlank, mit blasser, sommersprossiger Haut und sie hatte auch nicht unbedingt kleine Brüste. Als sie sich umdrehte um ihre Ordenstracht auf einem der Tische zum Trocknen auszubreiten, konnte ich sogar einen guten Blick auf ihren knackigen Po erhaschen. Als ich spürte, wie der Ausblick etwas zwischen meinen Beinen wachsen ließ, lenkte ich mich sofort mit irgendwas ab, um es nicht zu einer peinlichen Situation kommen zu lassen. Ich war mir sicher, dass man durch meine nasse Shorts einen Ständer mehr als gut sehen konnte. Und das letzte was ich in Anwesenheit einer Nonne bekommen wollte, war eine Latte, auch wenn sie mehr als Potential hatte, mir eine Erektion zu verschaffen.

Ich setzte mich auf die Bank an der hinteren Seite und sie setzte sich verschüchtert neben mich. Sie hielt ihren Blick fest am Boden, während ich sie aus den Augenwinkeln musterte. Sie zitterte immer noch. Ich wollte sie wärmen, also wagte ich es und schlang einfach meinen Arm um sie. Zu meiner Verwunderung ließ sie sich ohne Gegenwehr auf meine Brust sinken und ich umschlung sie auch noch mit meinem zweiten Arm.

Langsam ließ ihr Zittern nach. Und so verweilten wir eine ganze Weile und schauten dem Gewitter zu. Wir saßen einfach schweigend da und ich genoss es Haut an Haut mit ihr dort zu sein.

Obwohl ihr nicht mehr kalt zu sein schien, hatte sie doch merkliche Gänsehaut und ich begriff, dass es wohl meine Berührungen waren.

Ich nahm meinen Mut zusammen und fing an ihr sanft über den Arm zu streicheln, jeder Zeit bereit damit aufzuhören, fall Widerstand von ihr kam. Aber stattdessen spürte ich, wie ihre Finger über meine Brust strichen, erst zögerlich und vorsichtig, doch dann mutiger.

Inzwischen hatte der Regen aufgehört und die Sonne kam langsam zwischen den Wolken hervor und in der Hütte wurde es auch wieder recht warm und stickig.

Ich erwartete eigentlich, dass sie sich jeden Moment wieder auf den Weg machen wollte, doch sie verharrte, an meiner Brust gelehnt.

Ich hatte das Gefühl, dass ich irgendwas sagen musste.

„Schwester…“, begann ich, wurde aber direkt von ihr unterbrochen.

„Theresa…“, Sie setzte sich auf und sah mich an. „Nenn mich bitte Theresa.“ Ihr Blick hielt mich gefangen, während ihre Hand sanft über mein Gesicht strich. Und dann küsste sie mich. Nur kurz, dann sah sie mich verwirrt und mit bebenden Lippen an, als ob sie nicht genau wusste, was sie da getan hatte, nur um direkt ihren Mund auf meinen zu pressen. Diesmal war es fordernder, voller aufgestauter Leidenschaft.

Ihre Zunge drang zwischen meinen Lippen her, während ihre Hände über meinen Körper wanderten. Dann ließ sie erneut von mir ab, nur um sich auf meinen Schoss zu setzten und meine Lippen erneut mit einem Kuss zu versiegeln.

Ich strich ihr über den Rücken, was sie dazu veranlasste, ihren Unterleib vor und zurück zu bewegen.

Ich hatte inzwischen einen ordentlichen Ständer, den sie auf jeden Fall durch den dünnen Stoff spüren musste. Immer weiter küssten wir uns, während unsere Hände den halbnackten Körper des anderen erkundeten.

Sie drang durch den Hosenbund meiner Shorts zu meinem Hintern vor, während ich meine Hände über ihren wandern ließ.

Meine Fingerspitzen berührten gerade ihre warme Stelle zwischen ihren Beinen, als ein infernalisches Gepiepe die Hütte erfüllte.

Sofort ließ sie von mir ab und sah panisch zu ihrer Kutte herüber. Mit einem Satz war sie dort und förderte ihr wild klingelndes Handy zutage. Ich war neben ihr, als sie abhob. Ich konnte nicht verstehen, was am anderen Ende gesagt wurde, aber der Ton verhieß nichts gutes.

„Schwester Magdalena Agnazie… Ich war gerade auf dem Rückweg, als wir vom Regen überrascht wurden… Nein, nicht der, eine Frau aus dem Krankenhaus… Wir haben in einer Hütte Schutz gesucht… Ja… Nein… Ich hab mich… wohl verquatscht… Ja… Tut mir leid… Sofort.“

Immer wieder sah sie besorgt zu mir. Als sie aufgelegt hatte, zog sie sich in Windeseile wortlos an. Dann wollte sie einfach gehen. Ich nahm ihre Hand um sie aufzuhalten. Sie drehte sich zu mir um und sagte traurig: „Tut mir leid…“

Und dann lief sie los und war weg während ich immer noch in Unterwäsche in der Hütte stand

.

Ich zog mich irgendwann an, wollte aber noch nicht gehen, auch wenn mir die Hütte, ja der ganze Wald auf einmal so unglaublich leer und riesig vorkam. Ich konnte meine rasenden Gedanken und die Gefühle in keinster Weise unter Kontrolle bekommen.

Irgendwann machte ich mich dann doch auf den Heimweg, immer noch zutiefst verwirrt.

Ich folgte dem Weg, den ich sonst immer mit Theresa gegangen war und hatte das Gefühl, dies wohl nie wieder mit ihr zu tun.

Irgendwann kam ich zu einer Weggabelung, die mir vorher noch nie bewusst aufgefallen war. Auf einem Wegweiser stand schlicht ‚Schloss‘. Ich folgte dem Weg und kam tatsächlich in der Nähe des Schlosses raus und musste so nicht den Weg am Kloster her nehmen.

Es war schon dunkel, als ich zuhause ankam.

Ich setzte mich in meine dunkle Wohnung und trank ein Bier, dann noch ein und machte weiter, bis ich den Sixpack in meinem Kühlschrank geleert hatte. Irgendwann schleppte ich mich ermattet ins Bett.

Meine Gedanken kreisten immer noch um die Szene in der Hütte. Es war als wenn ich ihre Hände noch auf meinem Körper spüren könnte.

Ich fragte mich, wie es wohl weiter gegangen wäre, wenn wir nicht von dem Anruf unterbrochen worden wären. Vielleicht hätte ich ihren BH geöffnet und ich stellte mir vor, dass ihre Brüste rund und voll wären, mit kleinen, rosigen Brustwarzen. Ich hätte sie mit Küssen überschüttet, bis ihre Nippel hart geworden wären. Während dessen hätte ich meine Hände wieder über ihren Po wandern lassen und wäre zwischen ihren Beinen in ihr Höschen gedrungen. Ihre Möse wäre bestimmt behaart gewesen, aber auch heiß und feucht. Vielleicht hätte ich ein wenig mit ihrem Loch gespielt, bevor ich mit einem Finger in sie eingedrungen wäre.

Das hätte sie bestimmt zum Stöhnen gebracht. Vielleicht hätte sie irgendwann ihr Höschen ausgezogen und ich meine Shorts und ihr dann meinen steifen Schwanz präsentiert.

Hätte sie ihn berührt? Hätte sie ihn geblasen? Wahrscheinlich hätte sie sich irgendwann einfach drauf gesetzt, so dass er langsam in ihre Fotze eindringen konnte. Ich hätte meinen Unterleib gegen ihren gestemmt, während sie mich ritt. Und wir hätte so weiter gemacht, bis sie unter lautem Stöhnen gekommen wäre. Und bis ich in ihr abgespritzt hätte.

Vielleicht hätten wir noch ein wenig in der Hütte gesessen, nackt und befriedigt.

Und plötzlich kam ich unter meiner Bettdecke und spritzte in meine Boxershorts. Während ich mir vorstellte, wie es mit ihr hätte weiter gehen können, hatte ich unbewusst angefangen zu wichsen. Es war der traurigste Orgasmus meines Lebens.

Ich ging ins Bad und machte mich sauber und während ich meinen deprimierten Blick im Spiegel sah, nahm ich mir vor, dass Alles, nicht so enden zu lassen. Ich musste sie wieder sehen, um jeden Preis, und wenn ich die Klostermauern stürmen musste.

Als ich am nächsten Morgen aufwachte, hatte ich ein Gefühl im Magen, als ob ich einen Stein verschluckt hätte. Ich hatte miserabel geschlafen. Was genau ich geträumt hatte, wusste ich nicht mehr, nur dass sie in meinen Träumen vorgekommen war.

Ich schleppte mich aus dem Bett und zwang mit dazu ein wenig zu frühstücken.

Während ich lustlos in meinem Müsli stocherte, überlegte ich,was genau ich tun könnte. Viel fiel mir nicht ein. Auf jeden Fall wollte ich sie irgendwie wieder sehen. Wir hatten eine Grenze überschritten und war nicht bereit, das jetzt fallen zu lassen.

Nach langem hin und her entschied ich mich dazu, mein Fahrrad zu nehmen und zu der Hütte zu fahren. Ich hoffte darauf, dass sie irgendwann dort vorbeikam, dann hätte ich wenigstens die Chance mit ihr zu reden.

Um drei Uhr stellte ich mein Fahrrad neben der Schutzhütte ab und ging hinein. Es würde bestimmt noch einige Zeit dauern, bis sie hier vorbeikam, also brauchte ich den Weg noch nicht im Auge zu behalten. Vorsichtshalber drehte ich den Spiegel an meinem Fahrrad so, dass ich wenigstens ein klein wenig des Weges im Blick hatte.

Ich setzte mich an genau die selbe Stelle, wie am Tag zuvor. Ich starrte einfach gerade aus und legte mir zurecht, was ich sagen wollte, wenn sie da wäre. Aber alles klang irgendwie falsch.

Konnte ich zum Beispiel von ihr verlangen, den Orden zu verlassen und ihr Leben als Nonne hinter sich zu lassen? Oder sollte ich einfach noch mal mit ihr über Alles reden und dann das Kapitel doch abschließen, und das was gewesen war, als einfach passiert ansehen?

Und so verging die Zeit. Je näher der Moment kam, an dem ich mir sicher war, dass sie um die Ecke kam, desto nervöser wurde ich. Ich lief unruhig in und um die Hütte herum, stand direkt am Weg und blickte links, blickte rechts, doch nichts war zu sehen. Keine Menschenseele.

Eine weitere Stunde verging, dann noch eine und bald schon war ich mir sicher, dass ich sie heute nicht mehr sehen würde.

Was war geschehen, hatte ich sie vielleicht einfach verpasst? Oder ging sie heute nicht ins Krankenhaus. Gestern hatte sie eigentlich erwähnt, dass sie die restliche Woche dahin wollte.

Oder war sie heute mit dem Bus gefahren, um mir aus dem Weg zu gehen?

Ich konnte mir keinen Reim darauf machen, ich wusste nur, dass es weh tat.

Irgendwann nahm ich mein Fahrrad und fuhr nach Hause, aber fest entschlossen, es den nächsten Tag erneut zu versuchen. Irgendwann würde ich sie schon treffen.

Der Freitag begann trüb und grau. Tief hängende Wolken bedeckten de Himmel und verstärkten meine an sich schon trübe Stimmung.

Aber ungeachtet des Regens, der gegen Mittag einsetzte, radelte ich wieder zu unserem Unterschlupf.

Während ich wartete, sah ich dem Regen zu, wie er als feiner Schleier zwischen den Bäumen herab rieselte. Ich musste wieder an den gemeinsamen Nachmittag denken, der in einem anderen Leben geschehen zu sein schien.

Gegen vier Uhr, eine Stunde nach meiner Ankunft in der Hütte, hörte es auf zu regnen und die Sonne kam heraus. Auf dem kleinen Teich bildete sich Nebel, der träge in den Wald zog.

Plötzlich hörte ich Schritte auf dem feuchten Waldboden, die sich stetig näherten. Ich stellte mich neben die Hütte, so dass sie mich auf jeden Fall sehen musste, doch an stelle der Nonne meiner Begierde, war es ein älterer Mann, der den Weg entlang schlurfte. Seiner Kleidung nach zu urteilen war er Förster oder Jäger. Wir nickten uns knapp zum Gruß zu und dann war er auch schon wieder aus meinem Blickfeld verschwunden und ich war wieder alleine.

Zwei Stunden später trat ich wieder den Heimweg an, ohne Theresa gesehen zu haben.

Samstag morgen musste ich erst Mal einkaufen, da ich ab montags wieder arbeiten musste. Ich brauchte noch ein paar Hygieneartikel und ein wenig Verpflegung für die Fahrt.

Ich fühlte mich wie ein Zombie, während ich die Gänge in dem viel zu vollen Supermarkt entlang ging.

Um mich herum tobte das Leben und fühlte mich einfach nur leer und tot innerlich.

Mir war mit Schrecken bewusst geworden, dass ich nur noch zwei Tage hatte um sie wieder zu sehen, dann wäre ich wieder eine Woche auf Geschäftsreise und sie würde sich endgültig an den Orden binden. Auf der anderen Seite, was erwartete ich? Wir kannten uns gerade mal eine Woche. Sie hatte wahrscheinlich nur einen Moment der Schwäche gehabt und ich war ihr wahrscheinlich einfach egal. Am Abend vorher war ich mir noch sicher, dass ich heute wieder an der Hütte warten würde, aber so langsam fühlte es sich einfach sinnlos an. Statt dessen sollte ich mich auf die kommende Woche vorbereiten und nicht meinen dummen Gefühlen nachjagen. Ich entschloss mich dazu, es noch ein letztes Mal zu versuchen, auch wenn ich wenig Hoffnung hatte, dass es was bringen würde.

Pünktlich um drei Uhr, saß ich wieder in der Hütte, das Gesicht in meinen Händen vergraben. Ich hörte nur das Zwitschern der Vögel und den Wind, wie er leise durch die Bäume strich.

Ich kramte meine Kopfhörer aus meiner Tasche und machte mir ein wenig Musik an. Meinen Kopf lehnte ich an die Wand hinter mir und schloss die Augen.

Durch die dünne Haut meiner Augenlider sah ich die Sonne, wie sie unstet durch die Zweige brach.

Plötzlich schob sich ein Schatten vor die Sonne und ich riss die Augen auf. Vor mir stand, mit roten Wangen, Theresa. Ich riss förmlich die Kopfhörer aus meinen Ohren und stand auf.

Wir standen knapp zwei Meter voneinander entfernt.

„Thomas!“, hauchte sie. Ich konnte gar nichts sagen.

Plötzlich, wie auf ein unhörbares Kommando, gingen wir einen Schritt aufeinander zu und fielen uns in die Arme. Ich hielt sie so fest, wie ich noch nie einen Menschen gehalten habe, während sie sich an meinem Rücken krallte.

„Ich hab schon befürchtet, Du wärst nicht da!“, hörte ich sie erstickt sagen.

„Natürlich, ich hab die ganzen Tage auf Dich gewartet!“

Sie sah mich mit Tränen in den Augen an und sagte: „Ich habe Strafdienst bekommen, weil ich Mittwoch nicht rechtzeitig ins Kloster zurück bin. Ich wollte Dich sehen und konnte es nicht. Ich hatte gehofft, dass Du am Waldrand auf mich wartest, aber Du warst nicht da.“

„Es tut mir leid, ich wollte nur nicht so nah am Kloster warten, falls man mich sieht…“

Sie legte mir den Finger auf die Lippen: „Nein, Du brauchst Dich nicht zu entschuldigen, Du bist ja hier.“ Dann küsste sie mich, lang, fordernd, sehnsüchtig und die Tage des Wartens waren wie weggeblasen.

„Sollen wir los?“, fragte ich sie, als sie mich wieder frei gab.

„Wohin?“ Sie sah mich verwirrt an.

„Musst Du nicht wieder ins Krankenhaus?“

Sie schüttelte strahlend den Kopf und sagte: „Eigentlich schon, jedenfalls habe ich das im Kloster gesagt, hab aber heimlich für heute abgesagt. Also haben wir jetzt ein wenig Zeit für uns.“

Sie ging ein ganz schönes Risiko für mich auf.

„Bekommst Du keinen Ärger? Ich meine, wenn Du schon für das zu spät kommen zwei Tage Strafdienst bekommst.“

Sie warf mir einen vielsagenden Blick zu: „Das ist es mir wert. Dann bete ich halt ein paar Rosenkränze mehr.“

Bevor ich etwas darauf sagen konnte, hatte sie meine Lippen schon wieder mit einem Kuss versiegelt. Ihre Hände strichen meinen Rücken hinab und wanderten unter mein T-Shirt. Sie schien dort weiter machen zu wollen, wir aufgehört hatten.

Ich versuchte ungelenk ihre Haube abzunehmen, doch ich scheiterte kläglich.

„Warte, ich helfe Dir“, sagte sie und nahm die Kopfbedeckung mit geübten Griffen ab. Dann drehte sie mir den Rücken zu und lächelte mich auffordernd über die Schulte an. Ich verstand und öffnete den Reißverschluss ihrer Robe, die ich dann einfach zu Boden gleiten ließ. Sie ließ den Kopf nach vorne sinken und ich küsste ihren Nacken, was ihr wohlige Geräusche entlockte.

Dann drehte sie sich wieder zu mir und zog mir mit einer Bewegung das Shirt aus. Als ich mit nackter Brust vor ihr stand, ließ sie fasziniert ihre Finger über meinen Körper gleiten, bis sie bei meinem Hosenbund angekommen war.

Mit zitternden Fingern öffnete sie meinen Gürtel, den Knopf und den Reißverschluss, so dass meine Hose einfach von meinem Hintern rutschte. Dann schlang sie ihre Arme um meinen Hals und küsste mich wieder.

Während sie ihre Zunge in meinem Mund tanzen ließ, öffnete ich ihren BH. Als sie das nächste Mal von mir abließ, streifte sie die Träger von ihren Schultern und entblößte so ihre wunderbaren Brüste. Sie waren noch viel schöner und wohl geformter, als ich es mir in meinen wildesten Träumen hätte vorstellen können. Sie waren rund und fest, gut zwei Hände voll. Mit kleinen Brustwarzen, die sich mir steif entgegen streckten. Ich konnte nicht anders, als ihre Titten mit Küssen zu überschütten. Ich ließ meine Zunge um ihre rosigen Vorhöfe wandern und knabberte sanft an ihren Nippeln. Sie fuhr mir mit den Händen durch mein Haar, während sie leise keuchte.

Als ich wieder aufrecht stand, zeichnete sich mein steifer Schwanz deutlich in meiner Unterhose ab. Zögerlich legte sie ihre Hand darauf und griff dann vorsichtig zu. Das fühlte sich so unglaublich gut und so unglaublich verboten an. Auch ich wollte an ihre süßeste Stelle und ließ meine Hand langsam zwischen ihre Beine wandern, jederzeit bereit, sie zurück zu ziehen, wenn sie das wollte. Aber das war unnütz. Kaum lag meine Hand auf ihrem verhüllten Venushügel, streckte sie mir ihren Unterleib so entgegen, dass meine Hand automatisch nach unten rutschte. Durch den Stoff ihres Slip spürte ich wie heiß und feucht sie war. Ich ließ langsam meine Finger über ihre Muschi kreisen, was sie auch mutige machte.

Sie fing an meinen Schwanz durch meine Shorts zu wichsen und griff dann beherzt zu und förderte die Prachtlatte mit einer Handbewegung ans Licht. Sie umfasste meinen Schaft und verharrte einen Moment, als ob sie den Moment auskosten wollte. Dann küsste sie mich wieder und fing an mich erst langsam, dann immer schneller zu wichsen. Ich schob ihren Slip zur Seite und entblößte so ihre Möse. Ich war in dem Moment überrascht, dass ich nicht ein Haar spürte. Erst jetzt fiel mir auf, dass auch ihre Achselhaare verschwunden waren.

Ich ließ meinen Mittelfinger langsam zwischen ihren Schamlippen hin und her wandern und umkreiste ihr unglaublich feuchtes Loch. Dann drang ich mir dem Finger in sie ein. Für einen Moment bäumte sie sich überrascht auf und sank dann mit einem langen Stöhnen zurück. Langsam fingerte ich sie, und passte mich immer mehr ihrem Takt an, in dem sie meinen Pimmel bearbeitete. Meine Eichel war schon ganz feucht vor Lusttropfen.

Ich stecke ihr noch meinen Zeigefinger in ihre Fotze und fingerte sie so mit zwei Fingern.

Sie wand sich vor Lust unter meinen Berührungen und stöhnte laut.

Plötzlich schloss sie ihre Hand noch fester um meinen Schwanz und wurde noch einmal schneller, als sie sich mit einem „Oh Gott!“ aufbäumte und bebend und zuckend zum Höhepunkt kam.

Das erregte mich über alle Maßen und plötzlich spürte ich auch, dass ich kurz vor dem Höhepunkt war.

Ich wollte ihr noch sagen, dass sie aufhören solle, da zuckte schon mein Ständer in ihrer Hand und schon kam der erster Spermastrahl aus meiner Eichel und spritzte ihr gegen den Bauch. Weiter und weiter kam die Sahne aus meinem Schwanz und landete auf ihrem Höschen und ihrem Bein und ergoss sich über ihre Finger.

„Entschuldigung!“, sagte ich, doch sie antwortete nur: „Schon gut, das ist wundervoll, genieße es.“ Ich schloss sie in dem Arm, während ich immer noch zwei Finger tief in ihrer Lustgrotte versenkt hatte. Ich fühlte wie sie zitterte.

„Alles okay?“, fragte ich. Sie sah mit strahlenden Augen zu mir auf und lächelte.

„Wir sollten uns sauber machen!“, schlug sie vor.

Sie ließ von mir ab und ging zu dem Teich. Sie nahm eine Hand voll Wasser und wusch sich mein Sperma von ihrem Körper. Ich tat es ihr gleich und machte mich auch sauber.

Plötzlich traf mich ein ganzer Schwall Wasser und ich hörte sie kichern, als ich überrascht prustete.

Ich schöpfte zwei volle Hände Wasser und schüttete sie über ihrem Kopf aus. Sie schüttelte sich und lachte aus vollem Herzen. Plötzlich tobten wir wie die Kinder.

Dies ging noch eine ganze Weile weiter, bis wir beide klitschnass waren.

Danach legten wir uns vor die Hütte in die Sonne und ließen uns trocknen. Sie lag in meinem Arm, mit dem Kopf auf meiner Brust und lauschte auf meinen Herzschlag.

Ich seufzte und wünschte mir, dieser Moment würde nie zuende gehen. Leider währte er viel zu kurz, denn plötzlich erklang eine Melodie hinter uns.

„Ich hab mir einen Wecker gestellt, wann ich zurück muss.“, erklärte sie, stand auf und schaltete den Handywecker aus.

„Es ist Zeit für den Rückweg, befürchte ich.“, sagte sie traurig. Doch bevor wir uns wieder anzogen, nahm ich sie noch mal in die Arme und küsste sie.

Zehn Minuten später gingen wir wieder Richtung Stadt, als wäre nie etwas geschehen. Wer uns sah hätte sich nicht viel dabei gedacht, erst wenn man uns hörte, wurde klar, dass wir mehr als eine unschuldige Nonne und ein normaler Mann waren.

Ich musste unbedingt eine Frage loswerden: „Sag mal, hast Du… Dich für mich rasiert?“

Sie bekam rote Wangen und erzählte mir, dass öfter ein Rentner für die Schwestern Einkäufe erledigte. Sie hatte ihn gebeten ihr einen Rasierer und alles Nötige mitzubringen. Als sie ihm sagte, dass es besser wäre, wenn die anderen Schwestern davon nichts erfuhren, hatte er sie nur verschwörerisch angelächelt und ihr die Sachen ohne weiteres Nachfragen besorgt.

Ich der Nacht hatte sie sich aus dem Zimmer geschlichen und hatte sich der unerwünschten Haare entledigt. „Ich war ganz schön aufgeregt, beinahe wäre ich erwischt worden, als ich frisch rasiert über den Flur huschen wollte.“, erzählte sie. Ich musste schmunzeln.

Dann wurde sie plötzlich ernst und bat mich sie heute nicht bis zum Waldrand zu begleiten, weil es ein zu großes Risiko wäre. Ich erzählte ihr von der Weggabelung, die ich ein paar Tage vorher entdeckt hatte, und wir entschieden uns dort zu trennen.

Leider kam der Moment viel zu schnell. An der Gabelung angekommen, stellte ich mein Rad ab und wir standen einige Momente schweigend voreinander, bis ich die Frage stellte, die die ganze Zeit schon zwischen und unausgesprochen hing: „Wie soll es jetzt weiter gehen?“

Sie schaute traurig zu Boden: „Ich… es…“ Sie rang mit den Worten.

Nachdem sie sich geräuspert hatte, sagte sie mit festerer Stimme: „Gar nicht. Es kann und es darf nicht ‚weiter‘ gehen.“ Sie nahm meine Hand.

„Thomas, es tut mir leid. Es ist wirklich schön mit Dir, aber so was, wie eben, darf nicht noch einmal passieren. Nächste Woche wird darüber abgestimmt, ob ich im Kloster bleiben kann. Und dann bekomme ich meine Professurkunde und bin bis zu meinem Tod an den Orden gebunden.“

Jedes Wort war ein Stich in mein Herz. Ich wusste nichts darauf zu sagen, stand einfach nur da und sah sie an. Ich sah in ihrem Gesicht den Inneren Kampf den sie mit sich ausfocht.

Plötzlich lehnte sie sich vor und gab mir einen Kuss auf die Wange. „Komm heute Nacht um ein Uhr zum Kloster.“ Ohne ein weiteres Wort, drehte sie sich um und ging.

„Ich werde da sein!“, rief ich ihr nach und sie drehte sich noch einmal um und lächelte mich traurig an.

Auf dem Nachhauseweg dachte ich daran, was ich getan hatte. Ich trieb diese wunderbare und zarte Nonne in eine schwere Krise und verleitete sie dazu zu sündigen. Und doch bereute ich keine einzelne Sekunde.

Während ich zuhause darauf wartete, dass der Abend vorbeiging, fragte ich mich, was mich erwarten würde, wenn ich zum Kloster ging.

Dann überschritt der Stundenzeiger seine Zenit und ich verließ frisch geduscht um halb eins das Haus.

Obwohl es Samstagnacht war, lag die Stadt ruhig vor mir. Hinter einigen Fenstern brannte noch Licht, aber die meisten Bewohner schienen schon zu schlafen. Während ich so durch die Straßen ging, fragte ich mich, wie viele Menschen links und rechts in den Häusern gerade Sex hatten.

Nach zwanzig Minuten kam das Kloster in Sicht. Dort angekommen, duckte ich mich in den Schatten der Mauer, doch das Kloster war dunkel, kein Licht war zu sehen. Ich stand an der Ecke und hielt meinen Blick auf das große Tor, als ich plötzlich jemand leise meinen Namen rief.

Ich drehte mich um und sah Theresa hinter mir aus einer einfachen Tür schauen.

Ich schlich zu ihr hin und sagte leise „Hallo!“

„Psst“, sagte sie, während sie den Finger auf ihre Lippen legte. Sie nahm mich an der Hand und zog mich durch die Tür. Sie trug nur ein langes Nachthemd.

Und schon standen wir im Innenhof. Das Hauptgebäude, ein unscheinbarer weißer Bau, lag zehn Meter entfernt. Sie steuerte ziel genau darauf zu und öffnete eine schlichte Stahltür. Dahinter lag dunkel die Küche und sie steuerte mich mit sicherem Schritt dadurch.

Dann durchquerten wir eine Art Speisesaal und kamen auf einen langen Flur, mit einer Treppe am Ende. Sie blickte schnell nach links und rechts und ging dann auf leisen Sohlen Richtung Treppe, mit mir im Schlepptau. Wir gingen bis in den zweiten Stock und sie blickte in jeden Gang der abging, ob jemand kam. Schlussendlich kamen wir ungesehen in ihrer Kammer an.

Alles war so schnell gegangen, dass ich mir erst jetzt bewusst wurde, dass ich Mitten in der Nacht in einem Nonnenkloster war.

Während sie leise die Tür schloss, schaute ich mich im Raum um. Er war spärlich eingerichtet, mit einem kleinen Schreibtisch, auf dem eine geöffnete Bibel lag, einem einfachen Kleiderschrank und einem Bett. An der Wand hing ein Kreuz und direkt daneben ein Bild, das sie in Nonnentracht und eine Frau im Brautkleid zeigte. Ich vermutete ein Bild von der Hochzeit ihrer Schwester.

Als die Tür verschlossen war, fiel sie mir förmlich um den Hals und küsste mich leidenschaftlich.

Ich war vollkommen überrumpelt. Ich hatte angenommen, dass sie nur nochmal mit mir reden wollte, aber anscheinend hatte sie anderes im Sinn.

„Schenk mir diese Nacht“, sagte sie, als sie ihr Nachthemd zu Boden gleiten ließ. Plötzlich stand sie komplett nackt vor mir. Ich musterte sie von oben bis unten. Sie hatte wirklich einen wundervollen Körper, mit schmalen Hüften und seidenweicher Haut. Zwischen ihren Beinen sah ich die Ansätze ihrer Schamlippen, ein Anblick, der mich sehr erregte. Und schon hatte ich wieder einen ordentlichen Steifen in Hose, den sie sofort befreien wollte. Während sie meine Hose öffnete, schlüpfte ich aus meinen Schuhen und zog mir mein Shirt aus. Dann befreite sie mich noch von meiner Unterhose und mein Schwanz sprang ihr freudig entgegen.

Sie zog mich zum Bett und legte sich mit weit geöffneten Schenkeln hinein. Obwohl nur eine kleine Lampe im Zimmer brannte, sah ich deutlich, wie feucht sie war.

Ich verschwendete keinen Moment und legte mich auf sie. Wir küssten uns, während unsere Hände gierig den nackten Körper des anderen erkundeten.

Ich griff unter sie und griff beherzt nach ihren Pobacken, während sie es mir gleichtat. Sie drückte etwas dagegen, was mich dazu zwang meinen Unterleib leicht nach von zuschieben. So rutschte ein Schwanz auf ihrem Venushügel und ihrem Kitzler hin und her. Sie ließ dazu noch ihre Hüften kreisen, während ihr Atem vor Lust bebte.

Dann griff sie zwischen uns und führte meinen Schwanz direkt an ihre Pforte.

„Bist Du sicher?“, fragte ich.

„Tu es, bitte!“, hauchte sie und ich ließ meinen Schwanz langsam in ihre warme Fotze gleiten. Sie war so unglaublich eng und so unglaublich feucht. Langsam fing ich an, mich in ihr zu bewegen.

Sie schaute mir mit glasigen Augen direkt in die Augen, den Mund leicht geöffnet, leise stöhnend. Ich wurde zwischen durch immer wieder etwas schneller, dann schloss sie genussvoll die Augen, legte den Kopf in den Nacken und flüsterte: „Oh Gott, das ist so schön. Nicht aufhören, bitte!“

Unsere nackten Körper rieben verschwitzt aneinander, ihre steifen Nippel strichen über meine Brust und ihre Möse lag eng und heiß um meinen Schwanz.

Plötzlich hielt sie inne und riss erschrocken die Augen auf. In einer Bewegung schob sie mich von sich runter, schmiss die Decke über mich, sprang auf und schlüpfte in ihr Nachthemd. Keinen Moment zu früh, denn nach eine kurzen Klopfen schwang plötzlich die Tür auf. Ich hörte eine Stimme, die von einer älteren Frau zu kommen schien: „Schwester Maria Theresa. Ist alles in Ordnung bei ihnen? Ich hab Licht in ihrem Zimmer gesehen.“

„Schwestere Magdalena Agnazie“, begrüßte Theresa die andere Nonne. „Ja, alles in Ordnung. Ich hatte die Bibel studiert und muss die Zeit aus den Augen verloren haben.“

Die andere zog hörbar die Luft ein und sagte belehrend: „Sie wissen, dass ich eifriges Studium begrüße, aber alles zu seiner Zeit. Der Tag beginnt früh und ich möchte das alles Schwestern gerüstet sind für den Alltag. Das müsste eine Nonne die kurz vor der ewigen Profess steht eigentlich wissen.“

„Ja, Schwester Oberin“, entschuldigte sich Theresa. „Es tut mir leid. Ich geh jetzt direkt ins Bett.

Mit einem „Das will ich auch hoffen!“ schloss die Ältere die Tür und kurz darauf wurde die Decke über mir zurück geschlagen. Theresa stand mit einem erleichterten Blick vor mir und sagte: „Puh, das war knapp.“

„Ja, das war es.“, sagte ich. „Ich denke, ich sollte jetzt besser gehen, bevor wir wirklich noch erwischt werden.“ Ich wollte gerade aufstehen, als sie mich mit sanfter Gewalt auf das Bett zurück drückte. Ich verstand.

Sie löschte das Licht und entledigte sich wieder ihres Nachthemdes. Dann legte sie sich vor mich, ergriff meine Arm und schlang ihn um ihre Schultern. Sie drückte ihren Hintern gegen meinen Unterleib. Dann hob sie ein Bein und schob meinen Schwanz wieder in ihre Muschi. Als sie das Bein wieder sinken ließ,war sie noch enger als vorher. Ich stieß langsam zu, während ich ihr mit einer Hand die Brüste verwöhnte. Ich sah im Mondlicht ihren zarten Körper und war mir sicher, dass dies der schönste Anblick der Welt war.

Ganz langsam bewegte ich meinen Unterleib und an dem Schnurren, dass sie hören ließ, entnahm ich dass sie jeden Zentimeter meines Schwanzes genoss, während er in ihrer Möse hin und her glitt.

Obwohl sie versuchte leise zu sein, hörte ich doch an ihrem stockenden Stöhnen, dass sie sich dem Höhepunkt näherte. Ich fing an sie schneller zu ficken und ich spürte, wie ihr Herz raste.

Plötzlich bebte, erschauderte, zitterte sie, als sie ihr Orgasmus übermannte.

Sie stieß einen spitzen Schrei aus und ich wollte ihr die Hand vor den Mund halten, doch statt dessen biss sie zärtlich in meine Hand, während sie stoßartig durch die Nase atmete.

Ich fickte sie unbeirrt weiter, was ihren Orgasmus in die Länge zog.

Als sie sicher war, dass sie nicht mehr schreien würde, drehte sie den Kopf halb zu mir und wir schafften und zu küssen. In dem Kuss lag so viel Lust und Verlangen. Ich bewegte mich noch mal etwas schneller in ihr und dann kam es mir auch. Mein ganzer Körper verspannte sich und dann ergoss ich mich mit zuckendem Pimmel in ihre enge Lustgrotte. Jedes Zucken entlockte ihr ein weiteres leises Stöhnen, während ich mit ihr eng umschlungen meinen Höhepunkt genoss. Dann sanken wir beide erschöpft zurück. Schwer atmend lagen wir einige Minuten schweigen da. Mein Schwanz flutschte aus ihrer Fotze.

Plötzlich drehte sie sich zu mir, umarmte mich fest und sagt mit belegter Stimme: „Du musst jetzt gehen!“ Da hatte sie wohl recht, auch wenn ich noch ewig mit ihr hätte dort liegen bleiben können.

Ich küsste sie noch mal, dann standen wir auf und zogen uns an. Ich wollte nicht gehen, nie wieder, aber ich wusste, dass das wohl unsere einzige gemeinsame Nacht sein sollte.

Dann schlichen wir wieder durch den dunklen Flur, durch den Speisesaal und die Küche, und viel zu schnell standen wir wieder an der Tür in der Mauer.

Reglos standen wir einige Momente schweigend da, bewusst, dass wir jeder Zeit gesehen werden konnten. „Das war die schönste Nacht meines Lebens. Danke!“, flüsterte sie. Dann fügte sie, mit sichtlich schweren Herzen hinzu: „Aber es wird nie wieder eine geben. Ich hoffe Du verstehst das.“

Ich nickte, natürlich verstand ich, auch wenn ich es nicht wahrhaben wollte. Bevor ich noch etwas sagen wollte, drehte sie sich um und ging wieder Richtung Haus.

„Ich liebe Dich!“, sagte ich leise und war mir sicher, dass sie mich nicht mehr gehört hat. Doch plötzlich drehte sie sich in der geöffneten Tür noch mal zu mir um und sagte leise: „Ich liebe Dich auch!“ und verschwand dann ins Innere.

Ich schlüpfte durch die Tür in der Mauer und ging nach Hause. Es war die schönste und schrecklichste Nacht meines Lebens gewesen.

Das ist jetzt fünf Tage her. Nach gerade mal zwei Stunden Schlaf, hatte ich mich montags wieder auf den Weg in den Süden zu meiner Arbeit gemacht. Dort hatte ich erfahren, dass meine Projektzeit am Ende der Woche beendet sei und ich somit wieder in meiner Firma arbeiten würde, bis ich ein neues Projekt hätte. Das heißt ich wäre wieder bis auf Weiteres in meiner Stadt.

Wie sollte ich das aushalten.

Die Woche über verabschiedeten sich alle bei mir. Besonders eine Kollegin tat dies sehr intensiv. Ich war mir sicher, dass es darauf abzielte mich ins Bett zu kriegen. Vor zwei Wochen hätte ich wahrscheinlich die gesamte Woche mit ihr durch gevögelt. Doch statt dessen, habe ich die einsamen Abende im Hotel dazu genutzt, all das hier aufzuschreiben.

Jetzt sitze ich gerade wieder im Zug, im selben Zug in dem ich gesessen habe, als ich Theresa das erste Mal begegnet bin. Ich hab noch circa eine Stunde Fahrt vor mir und ich fürchte mich jetzt schon vor der Leere die mich in meiner Wohnung erwartet.

Inzwischen müsste Theresa auf ewig an den Orden gebunden sein und für mich unerreichbar. Ich hab mich dazu entschlossen, umzuziehen, denn ihr zufällig zu begegnen, würde mir mein Herz brechen.

Die Geschichte endet für mich hier…

Nachtrag:

Als ich am Ende am Bahnhof stand, wartet dort der Taxifahrer, den ich zwei Wochen vorher beauftragt hatte, Theresa in Kloster zu fahren. Als er mich sah, winkte er mich zu sich und ich folgte seiner Aufforderung.

„Ich soll sie abholen!“, sagte er schlicht und nahm mir meinen Koffer ab. Ich verstand nicht, und bevor ich überhaupt darüber nachdenken konnte, saß ich schon im Taxi, dass rasant durch die Strassen fuhr.

Ich fragte nach, warum ich abgeholt wurde, aber der Fahrer hüllte sich in Schweigen. Er sagte nur, dass ich mir keine Sorgen um die Bezahlung machen solle, die Fahrt war nämlich schon bezahlt.

Und dann kamen wir vor meinem Haus zum Stehen und ich verstand.

Vor der Haustür stand eine zarte Gestalt, mit einem gelben Sommerkleid, einer dünnen Jeansjacke und wilden, roten Haaren. Theresa.

Ich sprang förmlich aus dem Wagen und rannte ihr entgegen. Sie flog in meine Arme und wir küssten uns.

„Was… wie…?“, stammelte ich. Sie strahlte mich an: „Manchmal muss man einfach auf das hören, was einem das Herz sagt!“

Sie hatte am Dienstag ihren großen Tag gehabt, den Tag an dem sie endgültig dem Orden beitreten sollte und hat sich dagegen entschieden. Sie hat die ganze Zeit versucht, mich zu vergessen, zu verdrängen, die Gefühle zum Schweigen zu bringen, aber ihre Liebe war stärker als ihr Gelübde, stärker als alles, also hatte sie sich entschieden den Orden zu verlassen.

Wir haben inzwischen Sonntag Abend und Theresa scheint sich langsam in das normale Leben einzugewöhnen. Wir haben den halben Samstag damit verbracht, neue und schön bunte Sachen für sie zu kaufen. Und natürlich haben wir sehr viel Zeit im Bett verbracht.

Ich hab ihr sogar das Videospielen gezeigt, und während ich diese Zeilen schreibe, sitzt sie hinter mir auf dem Sofa und frönt ihrer neuer Lieblingsbeschäftigung: Dämonen zerteilen. Inzwischen hat sie auch begriffen, dass man keinen Krieger Gottes spielt.

Ach ja, und der Sex? Der ist wirklich himmlisch!

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Diese Sexgeschichte wurde von TheLastOfSpring veröffentlicht.

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