FAMILIENPFLICHTEN

Veröffentlicht am 8. September 2022
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Nach meiner Schule, die ich mit der mittleren Reife abgeschlossen hatte, entgegen aller Versuche meiner Eltern, mich zum Abitur und durch die Uni zu bringen, war ich zu Hause ausgezogen.

Ich war zwar erst 17, als ich meine Ausbildung begann, aber das wenige Geld reichte mir. Ich wollte mit der geldgeilen Familie, meinem Vater, der immer nur mehr Geld verdienen wollte, meiner Mutter, die dieses Geld mit vollen Händen rauswarf, und von meiner Schwester, die genauso wie unsere Eltern wurde, nichts mehr zu tun haben.

Als ich grade mit meiner Ausbildung fertig war, starb meine Oma, die Mutter meines Vaters, die als einzige meinen Weg unterstützt hatte.

Sie war schon alt und so starb sie einfach.

Zuerst dachte ich an ihre moralische Hilfe, die Unterstützung, die sie mir bei jedem ihrer Anrufe gab, und wie sie sich dabei gegen meinen Großvater, ihrem Mann durchsetzen musste, doch dann bekam ich einen Brief von ihr, in dem sie mir ankündigte, dass ich eine kleine Überraschung erben würde.

Dieser Brief kam erst nach ihrem Tod bei mir an, denn er war beim Gericht, zusammen mit dem Testament, hinterlegt worden, und war eine der ersten Bestimmungen, die vom Erbschaftpfleger ausgeführt wurde.

Bei der Trauerfeier waren alle da. Oma hätte gesagt „Die Geier warten“. Meine Mutter, mein Vater, und auch meine Schwester, die vor kurzem mit ihrem Studium fertig geworden war und nun ganz groß in die Wirtschaft einsteigen wollte.

Des weiteren natürlich mein Opa, der im Rollstuhl saß, und einige, die ich nicht kannte, die sich aber wohl auch überzeugen wollten, dass Oma tot sei, und sie etwas erben könnten.

Oma hielt zwar nicht viel vom Geld, doch gehörte ihr die Firma, in der mein Vater den großen Maxen spielte.

An der Testamentseröffnung konnte ich nicht teilnehmen, da ich in einem wichtigen Projekt bei meinem Arbeitgeber steckte, und ich nicht weg konnte.

Die beim Erbschaftgericht sagten mir, dass die Anwesenheit bei der Testamentseröffnung keine Pflicht sei, selbst wenn man etwas erben würde.

Ein paar Tage später musste ich eine Postzustellungsurkunde abholen, die eine Abschrift des Testaments und eine Erläuterung enthielt, was ich geerbt hätte.

Oma war am Ende doch noch richtig böse geworden.

Die Firma wurde nicht vererbt, sie kam in eine Familienstiftung, in deren Vorstand keiner aus der Familie ein Mitspracherecht haben würde.

Erst die dritte Generation dürfte in den Stiftungsrat gewählt werden, und auch immer nur so viel, dass die Familienmitglieder maximal 30% der Stimmen auf sich vereinigten.

Mein Vater blieb Angestellter, ich würde, und wie es aussah als einziger, zusätzlich regelmäßig etwas aus der Stiftung beziehen können.

Und zwar die Hälfte der Bezüge meines Vaters. Wenn ich heiraten würde, würde es auf die gleiche Höhe steigen. Maximal.

Ich musste das Geld aber nicht nehmen. Das war nur das, was ich, wenn ich es haben wollte, maximal bekommen könne.

Um dieses Geld zu bekommen, müsste ich aber arbeiten, und zwar nicht in der Firma.

Meine Schwester würde nichts bekommen, da sie, zur Finanzierung ihrer Pläne, Geld von Oma bekommen hatte. Damals zwar als Kredit, doch dieser würde in das Erbe gewandelt, und alle ihre Ansprüche wären damit abgegolten.

Zum Stiftungsrat stand einiges in den Unterlagen, das ich im Moment nicht verstand. Beim Überfliegen wurde mir aber klar, dass der Stiftungsrat recht gut bezahlt wurde. Wenn er die Firma aber gegen die Wand fahren würde, würden die Mitglieder haften.

Auch wäre ein Verkauf der Firma nicht möglich, solange nicht mindestens ein Mitglied der Familie im Rat sitzen würde. Und dann auch nur, wenn alle Mitglieder des Stiftungsrates zustimmen würden.

Alles in allem war das wohl für die Familie nicht so gelaufen, wie sie es sich gewünscht hatten, und mir war das Geld egal.

Ich hatte einen guten Job, in diesem wurde ich gut bezahlt und ich bekam die Freiheiten, die ich brauchte, um meinen Meister zu machen.

Im Großen und Ganzen ging es mit hervorragend.

Auch persönlich hatte ich eine Freundin, die mir jeden Wunsch von den Augen ablas und mich verwöhnte. Auch war sie nicht die dümmste ;-), so dass wir immer wieder anregende, scharfe, lustige, vergnügliche Gespräche, auch Streitgespräche, hatten.

Ich hörte immer mal wieder etwas von der Familie. Zuerst, als mein Vater das Testament anzweifeln wollte und vor Gericht gescheitert war und als meine Schwester ähnliches versuchte, um an weiteres Geld für ihr Geschäft zu bekommen.

Die Gerichtskosten meines Vaters waren, wohl auch durch die Anwälte, die ihn ausgenommen hatten, so hoch, dass er und Mutter das Haus verkaufen mussten, um einen Teil der Kosten gleich decken zu können.

Die weiteren Kosten musste er dann von den eigenen Einkünften abstottern, und es blieb weniger Geld für meine Mutter übrig, das sie verschwenden konnte.

Als dann auch meine Schwester an mehr Geld wollte, und dabei ebenfalls scheiterte, hörte ich nichts mehr von ihr.

Nachdem ich meinen Meister gemacht hatte, spezialisierte ich mich in meinem Beruf. Dafür nahm ich dann doch etwas Geld vom dem mir aus der Stiftung zustehenden Geld.

Zuerst wurde meine Firma aufgebaut, die langsam Fahrt aufnahmen. Ich hatte vier Angestellt, drei, die mit mir in meinem Beruf arbeiteten und eine Sekretärin. Die wurde mir von meinem alten Chef empfohlen. „Die hat Haare auf den Zähnen, wenn du die nimmst, wird es deiner Firma nie schlecht gehen. Eher schmeißt sie dich raus.“

Und so war sie auch. Eine anstrengende Frau, mit der man sehr gut zusammenarbeiten konnte. Die immer da war, wenn man Hilfe brauchte. Die Gott und die Welt kannte.

Ich hatte bei ihr nur in einem Fall Angst: Was würde aus der Firma werden, wenn Frau Hamann nicht mehr da wäre?

Denn sie war die Seele der Firma.

Ich verdiente gutes Geld mit meiner kleinen Firma, die Angestellten verdienten gutes Geld, wir waren mit der Umsatzlage zufrieden. Es gab zwar immer wieder Anfragen, ob wir nicht noch mehr Aufträge annehmen könnten. Sowie Angebote, von Firmen und Bekannten, die mit einsteigen wollten, doch ich wollte nicht.

Ich hatte meine Nische gefunden, in der ich für mich und meine Angestellten gut leben konnte, und in der es auch nicht schnell bergab gehen würde, wenn es man weniger Aufträge geben würde.

Denn wir waren gut. Ein Kunde sagte „Selbst wenn ich bei euch etwas länger warten muss, was ihr baut, ist es Wert zu warten. Ihr seid einfach die Besten.“

Der Firma ging es also gut, so dass ich mir ein Häuschen kaufte. Auf dem Recht großen Grundstück lagen an der Grenze zur Parallelstraße sieben Laubengrundstücke, die Vorbesitzer als Kleingärten verpachtet hatten.

Das Grundstück war so groß, dass man von denen nichts mitbekam.

Der Verkäufer erzählte mir etwas über die Pächter. Ein altes Ehepaar, das wohl schon vom Vorbesitzer das Land gepachtet hatten, zwei mittelalte Pärchen, zu dem der Verkäufer sagte, die seien Öko oder so, ein Paar mit Kindern, die ausgewachsen waren und so nicht mehr zu Besuch kamen, zwei Paare, die kleine Kinder hatten, und eine Frau mit kleiner Tochter. Sie hätte das Grundstück vor ein paar Jahren gepachtet. Ich solle mit der vorsichtig sein. So wie es ihm schien, würde sie in der Laube leben, mit der Kleinen, die wohl grade vier war.

Das wollte er eigentlich nicht, doch die Frau hatte wohl keine andere Bleibe.

Sie sah immer recht ordentlich aus, die Kleine war immer in Kindergarten, aber komisch war das schon.

Er hätte sie mal gefragt hatte, warum sie nicht in eine Wohnung ziehen würde, worauf sie gesagt hatte, dass all ihr Geld, dass sie verdiene, in die Schuldentilgung ginge.

Sie hätte sich schwer verspekuliert, und von der Familie würde nichts mehr kommen.

Sie hatte ihn angefleht, sie nicht rauszuwerfen, denn dann wüsste sie nicht mehr weiter.

Ich solle ein Auge auf die haben, das sie sich nicht antue, auch wegen der Kleinen. Er habe Angst um die Frau, die sei so verzweifelt.

Dann sagte er noch „Die ist die einzige, die wirklich Kleingärtnert, der muss es wirklich schlecht gehen, wenn die nur von dem Angebauten lebt. Die anderen nutzen den Garten als Wochenendgrundstück, die beackert ihn.“

Ich zog also mit meiner Freundin in das Häuschen und den großen Garten.

Die Grundstücke am Ende störten nicht besonders. Ich war nach dem Kauf einmal zu denen rüber gegangen und hatte mich umgesehen, was da zu meinem Grund und Boden gehören würde. Die sechs Wochenendgrundstücke waren zu der Zeit leer, es waren typische Gärten, mit Wiese, Hollywood-Schaukel und bei einem sogar einen Pool.

Beim siebenten Grundstück gab es keinen Rasen, außer auf den Wegen. Alle Beete waren gut gepflegt, neben dem kleinen Haus standen an der einen Ecke eine Kinderschaukel und eine kleine Buddelkiste.

Den sechs anderen hatte ich schon geschrieben, dass ich der neue Besitzer sein, bei Grundstück Nummer sieben hatte ich, bis für das Grundstück, keine weite Adresse, so steckte ich den Brief in den Kasten.

Ich saß im folgenden Frühjahr im Garten, als ich eine Kinderstimme neben mir hörte

„Du, Onkel“

Ich drehte mich und sah ein kleines Mädchen „Wer bist du denn?“

„Ich bin Anna, ich wohne da“, sie zeigte auf das Grundstück von der Frau mit Kind, „mit meiner Mamma“

„Und Anna, was willst du?“

„Du Onkel, Mamma hat Geburtstag, und ich will ihr etwas schenken.“

„Ja“

„Aber ich habe doch nichts“ sie sah etwas traurig aus. „Kann ich meinen Lily bei dir gegen was tauschen?“

Sie hielt mir ihre Puppe hin. Die sah schon sehr abgeliebt aus.

Das Gesicht der Kleinen sagte, dass sie alles machen würde, um ihr geliebte Lily behalten zu können, aber für ihre Mamma würde sie darauf verzichten.

„Was willst du für deine Lily haben?“

„Einen Spaten, der von Mamma ist alt, und zu kurz und stumpf. Mamma schimpft immer, wenn der nicht in den Boden will“

Ich sah mir die kleine Anna an, und beschloss, ihr die Puppe abzuhandeln, um sie ihr dann zu schenken.

„Anna, das geht so aber nicht“

„Warum nicht, Onkel?“

„Deine Lily ist doch viel mehr wert als so ein Spaten.

Was braucht deine Mamma noch?“

Anna überlegte „Gummistiefel. Die haben Löcher“

„Und?“

„Eine Schubkarre“

„Gut, wenn ich für deine Mamma Gummistiefel besorgen soll, muss ich wissen, wie groß die sein müssen. Sonst tut sich deine Mamma nur die Füße weh.“

Anna sah mich an und verstand, was ich meinte.

„Warte mal“, ich stand auf und holte meine Gummistiefel.

„So sehen die von Mamma auch aus, nur haben deinen keine Löcher“, sagte sie, nachdem sie die Gummistiefel begutachtet hatte.

„Anna, siehst du die Zahl hier?“ ich drehte die Stiefel, so dass sie die Innenseite vom Schaft sah. Oben am Rand stand bei diesem Modell die Größe.

„Ja, da haben die von Mamma auch so eine Zahl“

„Anna, wenn du mir diese Zahl sagen kannst, kann ich welche für deine Mamma besorgen.“

Anna sah mich skeptisch an. Ob sie sich diese Zahl so lange merken könne.

„Anna, kannst du sie abmalen?“

Sie sah mich an „Ja, das kann ich.“

Sie wollte losrennen, doch ich rief sie zurück „Anna, deine Lily“, sie drehte sich um, kam angerannt und nahm mir ihre Puppe aus der Hand. Dann war sie wieder weg.

Ich sah ihr kopfschüttelnd nach.

Es gab jemand, der sich nicht damit abfinden wollte, dass ich mich mit Anna beschäftigte. Und das war meine Freundin. So schimpfte mit mir „Du wimmelst mich immer ab, wenn ich von Kindern rede, und mit der da beschäftigst du dich.“

Und sie blieb dabei, ich solle mich mehr ihr beschäftigen.

Ein paar Tage später kam Anna mit einem Zettel, auf dem die Größe stehen sollte.

Ich sah mir den Zettel an und grübelte. Dann nahm Anna den Zettel und drehte ihn um.

Nun hatte ich die Schuhgröße, so konnte ich den Spaten, die Schubkarre und die Gummistiefel kaufen.

Nach ich alles zusammen hatte, sagte ich Anna, als sie wieder mal da war, dass wir unseren Handel, die drei Sachen gegen ihre Lily, einlösen müssten.

Anna sah mich erschrocken an. Dann fragte ich „Wann hat deine Mamma Geburtstag?“

Anna sah mich an, sie hatte Angst um ihre Lily, aber sie hatte sie bei mir gehen die Sachen eingetauscht. „Morgen“

Ich sagte zu Anna „Gut, dann bringe ich morgen die Sachen und du gibst mir deine Lily. Ich passe gut auf sie auf, du darfst immer kommen, und mit ihr spielen.

Einverstanden?“

Anna nickte, nicht sehr begeistert.

Am folgenden Tag kam ich am Nachmittag mit den Schuhen und dem Spaten in der Schubkarre zum Grundstück, das Annas Mamma gepachtet hatte.

Anna stand am Zaun und schaute mich ängstlich an, sie würde heute ihre Lily verlieren, dachte sie.

Die Mutter stand am Haus und sah mich kommen. Anna rannte vor und sagte „Mamma, für deinen Geburtstag“

Diese sah mich an und ich sagte „Anna kam zu mir und hatte mir ein Angebot gemacht, dass ich nicht ablehnen konnte.“

„Was hat sie gemacht?“

„Sie hat mir ihre Lily verkauft, gegen einen Spaten, eine Schubkarre und neue Gummistiefel.“

Die Mutter sah ihre kleine Tochter an und fing an zu weinen. Dann hockte sie sich hin und umfing ihre Tochter. „Anna, Anna, auch mein Liebling“

Anna sah verstört aus, sie wollte nicht, dass ihre Mamma weinte. Sie wollte, dass ihre Mamma glücklich war.

„Mamma, bist du traurig?“

„Nein Anna, ich bin stolz auf dich“

Dann sah sie mich an und fragte „Was haben sie mit Lily vor?“

Ich zeigte auf die Stühle, und so setzten wir uns, sie nahm Anna auf ihren Schoß. Beide, Mutter und Tochter, sahen mich an.

Ich sagte „Ich kann auf eine so wichtige Puppe nicht aufpassen. Deshalb habe ich beschlossen, dass ich sie einer Person gebe, die wirklich auf die aufpassen wird.“

Die Mutter merkte, was ich vorhatte, Anna noch nicht.

„Anna, da ich nicht auf Lily aufpassen kann, musst du das machen. Pass auf, dass es Lily immer gut geht, dass sie immer geliebt wird.

Kannst du das machen, Anna?“

Anna sah mich mit großen Augen an. Sie konnte ihre Lily behalten.

Ihr Mutter setzte Anna an ihren Platz und bedeutet mir, mit ihr nach draußen zu kommen.

Da sagte sie „Vielen Dank, Anna ist die einzige Person, die ich noch habe.“

Ich sah mir die Frau an, die mager war, die ausgezehrt war und fragte „Sie passen aber auf sich auf? Nicht, dass Anna ihre Mutter verliert.

Haben sie genug zu essen? Sie sehen nicht so aus.“

„Ach, ich schaff das schon. Anna ist wichtig. Nur Anna ist wichtig.“

Ich wünschte ihr noch alles Gute und ging nachdenklich nach Hause.

Ein paar Tage später gab es zwischen mir und meiner Freundin ein solcher Streit, der dazu führte, dass wir uns trennten, sie zog aus.

Eine Woche später, ich saß nach der Arbeit wieder im Garten, als ich einen Schrei hörte. Anna kam angerannt „Onkel, Onkel, Mamma hat sich weg getan. Hilf mir“

Ich lief also Anna hinterher und sah die Mutter auf dem Boden liegen, sie blutete aus dem Kopf und hatte ein Bein verdreht.

Ich sah mir die Frau an, die war noch dünner, als ich es mir vorgestellt hatte. Ich brauchte Hilfe.

„Anna.“

„Ja Onkel?“

„Da wo ich vorhin gesessen habe, liegt ein Telefon“, Anna sah mich verständnislos an.

„Da liegt ein schwarzes Ding, das auf der einen Seite glatt wie ein Spiegel ist. Das ist so groß wie eine Tafel Schokolade. Das brauche ich.“

Anna nickte und rannte los.

Ich legte die Frau langsam und vorsichtig auf die Seite. Der Kopf blutete, das Bein sah nicht gut aus, und Anna war noch nicht da.

Da kam sie angerannt, sie hatte mein Handy in der Hand. „Anna, super. Jetzt brauche ich ein Handtuch. Für den Kopf von deiner Mamma“

Ich rief, während Anna das Handtuch holte, die Rettung.

Die nahmen sie Mutter und Anna mit. Ich sagte, dass ich gleich nachkommen würde, und schloss das Haus ab, dann folgte ich den beiden ins Krankenhaus.

Hier war das alles doch nicht so schlimm, wie ich es gedacht hatte. Das Bein war zwar verdreht aber nicht gebrochen, am Kopf war nur eine kleine Platzwunde, sie würde am folgenden Tag aus dem Krankenhaus entlassen werden, wenn sie jemand hätte, der sich um sie kümmerte.

Denn diese Frau wollte keiner aus dem Krankenhaus alleine bei sich zu Hause lassen.

„Sie ist untergewichtig. Eine Frau der Größe wiegt mindesten 60 kg, sie wiegt grade mal 40. Die können wir so nicht gehen lassen.

Aber wir könne sie auch nicht aufpäppeln, und für das Kind haben wir auch nichts.“

Was die Stationsärztin mir da erzählte, klang nicht gut.

Ich brachte Anna in den Kindergarten des Krankenhauses und setzte mich dann zur Mutter.

Diese bedankte sich immer wieder und sagte, ich solle nicht so einen Wirbel machen.

Auf meine Frage, was sie machen wolle, wenn sie wieder raus käme, sagte sie „Ich werde weiter für mein Kind sorgen.“

„Wo?“

„Na, wo wohl, mit ihr in dem Haus.“

Ich widersprach ihr. „Sie sind untergewichtig. Ich kann es nicht zulassen, dass sie so ausgehungert mit ihrer Tochter dort leben.“

Sie sah mich ängstlich an „Sie ziehen bei mir ein und bleiben dort so lange, bis sie wieder ein normales Gewicht haben. Verstanden?“

Ich merkte, wie sie nicht wollte, dann aber doch nicht anders konnte, als zuzustimmen.

Dann fragte ich, was mit Annas Vater sei.

„Dieses Schwein ist abgehauen. Erst hat er mich ausgenommen und dann seine Tochter verleugnet.“

„Wie, ausgenommen?“

„Ich hatte eine kleine Firma mit ihm. Ich wollte groß hinaus und er nahm das Geld, das ich für die Firma besorgt hatte, und verschleuderte es.“

„Gibt es niemand, der helfen kann? Familie? Freunde?“

„Freunde? Die waren als Erstes weg. Die Familie? Der war ich zu großspurig, und die haben auch kein Geld mehr. Meine Oma hat die ganz schön über den Tisch gezogen. Und jetzt habe ich fast drei Millionen Schulden und brauche fast alles, was ich verdiene, um die Schulden nicht steigen zu lassen.“

Dann zuckte sie hoch. „Ich muss arbeiten, ich brauche das Geld.“

Sie wollte aus dem Bett doch ich hielt sie fest.

„Nein, du bleibst liegen, verstanden?“

„Wie soll ich von meinen Schulden runter kommen, wenn ich nicht arbeite? Wie soll ich Anna ernähren?“

„Du bleibst hier, bis die dich entlassen, dann kommst du zu mir rüber, und ich päppel dich auf. Und dann, erst dann, sehen wir weiter.“

„Das kann ich nicht annehmen.“

„Du hast keine Wahl.“

„Was, willst du mich entführen?“

„Nein, mit deiner Tochter erpressen.“

„Wie? Was willst du mit Anna machen?“

„Ich werde sie verwöhnen, dass sie nicht mehr weg will. Dann musst du bleiben.“

Sie sah mich an. Dann schüttelte sie den Kopf. „Das kannst du nicht machen.“

„Ich kann nicht nur, ich werde das sogar.“

Wir saßen nebeneinander und ich dachte darüber nach, was ich grade gemacht hatte. Ich hatte eine mir unbekannte Frau in mein Haus eingeladen. Nicht nur, weil ich ihre Tochter mochte, sondern auch, weil ich ihr helfen wollte. Ich wollte sie beschützen. Die Frau, die so verhungert neben mir in ihrem Bett lag. Die Frau, die verhungert wäre, nur damit ihre Tochter etwas zu essen bekommen könne.

Ich stand dann auf und sagte „Du bleibst hier, verstanden?“

Sie nickte.

Draußen fragte ich, ob Anna die Nacht bei ihrer Mutter bleiben könne, was sie zusagte, dann, ob sie eine Krankenkassenkarte von ihr hätten, was sie verneinten. Dann fragte ich, wo ich mich melden müsse, um ihre Kosten zu bezahlen, und sie schickten mich mit der Fallnummer zur Patientenbuchhaltung.

Hier hinterließ ich meine Daten und dann ging ich zum Kindergarten, um Anna abzuholen.

Als ich mir Anna zu ihrer Mutter ins Zimmer kam, war ein Bett für Anna gebracht worden. „Anna, du schläfst heute hier bei deiner Mamma im Krankenhaus. Pass auf, dass sie nicht wegläuft.“

Auf dem Weg sah ich mir nochmals die Daten an, die ich von der Patientenbuchhaltung bekommen hatte. Der Vorname und das Geburtsdatum kamen mir bekannt vor. Konnte das wirklich meine Schwester sein?

Was war mit ihr passiert?

Zwei Tage später holte ich sie aus dem Krankenhaus ab.

Ich hatte ein Gästezimmer, eigentlich das Gästezimmer, vorbereitet.

Es gab ein breites Bett, für die Frau und Anna.

Auf dem Weg vom Auto zum Haus fragte ich sie „Wie soll ich dich nennen?“

„Nenn mich Bea“, meine Schwester hieß Beate, sie wollte aber von allen immer nur Bea genannt werden.

„Warst du verheiratet?“

„Ja, leider. Erst hat er mein Erbe durchgebracht und dann auch noch Kredite aufgenommen, bis die Banken ihm kein Geld mehr geben wollten.

Und das hatte meiner Firma das Genick gebrochen.

Oder besser auch das Genick gebrochen.“

„Wieso auch?“

„Ich war arrogant bis zum geht nicht mehr.“

Ich führte sie ins Haus und hier ins Wohnzimmer.

„Setz dich“

„Ich bin kein kleines Kind“

„Benimmst dich aber wie ein solches. Anna ist da erwachsener“

Sie setzte sich und ich konnte den vorbereiteten Kuchen und den Tee bringen.

„Tee? Du trinkst Tee?“

„Ja, ich habe da ein schlechtes Vorbild gehabt.“

„Ich liebe Tee. Als Kind und Jugendliche habe ich die Familie genervt. Ich wollte nur Tee. Besonders mein kleiner Bruder musste darunter leiden. Der wollte lieber Kakao.“

Oh ja, ich liebte Kakao, doch Bea hat mir nur Tee gegeben. Ich hasste sie dafür.

Als Kind Pfefferminztee, als Jungendlichem richtigen, Assam.

„Ich habe ihn immer mit Pfefferminztee genervt. Das war aber nur gut für ihn, dachte ich damals.“

Sie saß neben mir, ihr Kopf lag an meiner Schulter, Anna spielte mit Lily, und ich fragte sie „Kannst du mir sagen, was passiert ist, mit dir, und deiner Familie?“

Sie sah mich an und sagte „Ungern, das sind nur schlechte Erinnerungen.“

Dann sah sie in ihre Tasse.

„Ich war eine arrogante Idiotin. Nach meinem Studium wollte ich die Welt erobern. Ich hatte mir Geld von meiner Oma geborgt, um das ganz groß aufzuziehen.

Es gab am Anfang einigen Erfolg, so dass ich größenwahnsinnig wurde. Ich heiratete meinen Kompagnon und wir bekamen Anna. Er schmiss das Geld noch schneller raus als ich.

Als das Geld, das ich von Oma geliehen bekommen hatte, (Junge, das war nur geliehen) alle war, nahmen wir Kredite auf. Er mehr als ich.

Und das Geschäft ging nicht so gut wie erwartet. Das interessierte ihn nicht.

Als Oma starb, wurde der Kredit von ihr in das Erbe umgewandelt, aber das war es. Ich bekam nichts mehr, doch ich wollte es nicht glauben.

Schon mein Vater hatte verloren, als er mehr wollte, und auch ich versenkte eine Menge Geld in Gerichtskosten.

Mein Bruder erbte etwas, wollte das Geld aber nicht.

Kannst du dir das vorstellen? Der einzige, der wirklich was bekommen hätte, wollte nichts?

Na ja, ich hatte Anna bekommen, und mein Mann verschwand. Ich hatte nicht nur eine Firma, die pleite war, sondern auch noch fünf Millionen Schulden.

Etwas konnte ich gleich zu Anfang abwiegeln. Die Banken wollten mir Kredite anhängen, die nur er unterschrieben hatte. Aber so habe ich immer noch gut zwei Millionen Schulden. Und mit meiner Arbeit kann ich grade mal die Zinsen decken.“

Sie kuschelte sich an mich „Ach ist das gut.“

Dann schlief sie ein.

Anna kam zu mir „Onkel?“

„Ja Anna?“

„Schläft Mamma?“

„Ja.“

„Gut, Mamma hat es nicht leicht, oder Onkel?“

„Nein, aber deine Mamma ist stark.“

Sie kletterte neben mich und kuschelte sich auf der anderen Seite an mich.

So hatte ich meine Schwester an der einen und meine Nichte in der anderen Seite von mir eingekuschelt. Und beide wussten nicht, wer ich war.

Als es Zeit für das Abendessen wurde, weckte ich vorsichtig Anna. „Kleine, komm, geh in dein Bett“

Anna wurde wach und sagte „Ich bin nicht klein“

„Doch, wenn du dir deine Mamma ansiehst, bist du noch klein.“

Sie sah zu ihrer Mutter und sagte „Stimmt“

Dann fragte sie mich „Was ist mit Mamma?“

„Deine Mamma muss was essen, damit sie wieder gesund wird. Willst du auch noch was?“

Anna sah mich an und sagte „Nein, ich geh ins Bett. Bringst du dann Mamma?“

„Mach ich, Große“ Anna grinste mich an und verschwand.

Ich wand mich unter Bea vor und legte sie vorsichtig aufs Sofa. In der Küche bereitete ich etwas Leichtes und ging zurück ins Wohnzimmer.

„Bea, aufwachen. Du musst was essen.“

„Ammmm, lass mich, ich will schlafen.“

„Aufwachen, Süße“, was es richtig meine Schwester so zu nennen?

„Was willst du?“

„Das du groß und stark wirst. Anna kann dich um pusten“

„Lass mich, ich schlafe so schön“

„Nein, du musst was essen.“

Sie öffnete die Augen und sah mich an. „Du bist wie mein kleiner Bruder, du lässt auch keine Ruhe.“

Ich fütterte sie. „Hmm, gut“

„Was, das Essen?“

„Nein, gefüttert zu werden“

„Gut, morgen macht Anna das?“

Sie sah zu mir hoch und lachte. „Die würde das mit Begeisterung machen. Besonders Spinat.“

„Wieso?“

„Den mag ich nicht, sie liebt ihn.“

„Kein Spinat mit Kartoffeln und Rührei?“

„Ihhh, das musste ich immer als Kind essen, und meinem Bruder vorspielen, das sei gut.“

„Ich liebe Spinat mit Rührei.“

„Wo bin ich hier nur gelandet? Spinat? Wie kann man nur?“ Nachdem ich sie fertig gefüttert hatte, lag sie in meinem Schoß und sah zu mir hoch.

Sie sah mir in die Augen und fragte „Wie heißt du eigentlich? Ich liege hier in deinen Armen, meine Tochter schläft in deinem Bett, und ich weiß noch nicht einmal, wie du heißt“

„Ich heiße Ben, und deine Tochter schläft in deinem Bett.“

Sie sah mich an und sagte „Mein Bruder hieß Benjamin, ich nannte ihn immer Benny. Darf ich dich Benny nennen?“

„Hieß?“

„Ja, ich habe seit Jahren nichts mehr von ihm gehört. Er was so spießig. Ausbildung, Geselle, Meister. Und ich so arrogant.“

Ich sah auf die Uhr, es war schon nach zehn Uhr. „Bea, kommst du mit ins Bett?“

„Was?“

„Du in deines, ich in meines. Ich muss morgen mal wieder arbeiten.“

„Wo?“

„Ich habe eine kleine Firma für Spezialanfertigungen. Und gelegentlich, also fünf Tage die Woche, muss ich da vorbeisehen. Damit die Arbeit geschafft wird.“

„Wieso, sind deine Angestellten so faul?“

„Nein, aber sie schaffen schon für fünf, und dabei sind sie nur drei. Ich muss ihnen also etwas Arbeit abnehmen.“

„Spießer“

„Ja, das sagte damals meine Schwester auch zu mir.“

„Da war sie aber eine dumme Kuh.“

Ich sah ihr in die Augen und konnte ihr nur zustimmen.

Plötzlich hob Bea ihren Kopf und schlag ihre Arme um meinen. Dann küsste sie mich. Ich war vollkommen überrascht. Doch dann küsste ich sie zurück.

Nach einiger Zeit ließ Bea los und sah mich erstarrt an „Ben, was mache ich nur?“

Sie sprang auf und rannte weg, hoch zu ihrem Zimmer.

Ich ging ihr langsam hinterher. Ich klopfte leicht gegen die Zimmertür und sagte „Gute Nacht ihr beiden“ und ging erst ins Bad und dann in mein Zimmer.

Was machte ich da?

Ich war dabei, mich in meine eigene Schwester zu verlieben.

Am nächsten Morgen stand ich wie gewohnt um sechs auf und verschwand in der Firma. Doch da war ich nicht wirklich zu gebrauchen. Aber ich schaffte meine Arbeit einigermaßen. Frau Hamann fragte „Chef, was ist? Wieder verliebt? Oder leichtere Probleme?“

Wenn die wüsste.

Ich kam nach Hause und fand zwei rumtollende Kinder in meinem Haus. Ein großes und ein kleines. Anna sah mich zuerst. „Onkel, Onkel, du hast ein schönes Haus. Können wir hier bleiben?“

„ANNA“

„Stimmt doch, Mamma. Du hast auch gesagt, dass es dir hier gefällt.“

Bea sah zu mir und senkte dann ihre Augen.

„Das geht nicht, Anna, ich muss wieder arbeiten.“

„Bea, was machst du eigentlich?“

„Ich verkaufe an Sonderständen alles möglich. Meistens unbrauchbares, aber es bringt genügend Geld ein.“

„Bea“

„Ich brauche Geld, und mit meinen Schulden nimmt mich keiner. Und mit Anna erst recht nicht“

Sie sah mich an „Ben, ich muss Geld verdienen. Ich muss Anna ein besseres Leben ermöglichen.“

Sie kam zu mir und umschlang mich mit ihren Armen „Ach Ben, was soll ich machen. Ich kann nicht mehr, ich muss aber. Für Anna.“

Anna sah uns an „Onkel, was ist mit Mamma?“

„Deine Mamma ist müde“

Ich saß mir Bea wieder auf dem Sofa, sie hatte sich an mich gekuschelt, und wir sahen Anna beim Spielen zu. „Geht Anna in den Kindergarten?“, fragte ich sie leise.

„Ja, aber im Moment nicht“

„Warum?“

„Ich habe kein Geld“

„Ich gebe dir welches“

„NEIN“

„Warum nicht?“

„Ich habe mir geschworen, nie wieder Geld anzunehmen, ohne dass ich etwas dafür leiste. NIE WIEDER“

„Bea“

„Nein“

„Ich bezahle ich“

„Für was?“

„Als Haushälterin“

„Du brauchst keine“

„Doch, ich habe Besucht. Ein Quälgeist“, „Anna ist kein Quälgeist“, „und ihre Tochter“

Sie sah mich an und streckte mir ihre Zunge raus.

„Na, geht doch.“

„Komm, Bea. Du kannst nicht arbeiten, du musst zunehmen, und Anna muss mit anderen Kindern spielen.“

„Ben, was willst du von mir? Was machst du mit mir?“

„Ich will, dass es dir gut geht“

Sie sah mich an und legte ihren Kopf wieder in meinen Schoß.

Irgendwann sagte sie „scheiß, was war ich nur für eine blöde Kuh“

„Wieso?“

„Oma und mein Bruder haben mir gezeigt, das Geld unwichtig ist. Dass man Spaß am Leben, nicht am Geld haben muss. Und ich war nur Geil aufs Geld.“

Sie sah mich an

„Kannst du dir vorstellen? Mein Bruder hat eine Ausbildung gemacht, er hätte fünftausend Euro im Monat haben können, mit minimaler Arbeit, und er hat schwer gearbeitet und das Geld nicht genommen.

Das habe ich früher nie verstanden.

Und sieh, was aus mir geworden ist.

Eine arme, verschuldete, abgemagerte Frau, die nicht weiß, wie sie ihr Kind ausreichend ernähren soll, ohne dass sie selber verhungert.“

„Bea, du kennst meine Bedingung. Ich beschäftige dich, bis du wieder Normalgewicht hast“

„Und dann?“

„Dann siehst du weiter und machst, was du willst, und was gut für Anna ist.

Einverstanden?“

Sie sah mich an und sagte „Ja, einverstanden.“

Dann brachten wir Anne ins Bett. „Ben, kann ich heute neben dir schlafen. Ich möchte einfach nur dich spüren“

Ich sagte nur „Ja“, und freute mich.

Ich lag im Bett, als sie kam sie, kuschelt sich neben mich und sagte „Danke Ben“

Am nächsten Morgen lag sie immer noch neben mir, nur ihren Kopf hatte sie in meine Armbeuge gelegt.

Ich befreite mich und ging ins Bad.

Als ich aus dem Bad kam, sah sie mich an „Danke Ben, so gut habe ich seit Jahrhunderten nicht geschlafen.“

„Bist du ein Vampir? Muss ich mir um meine Gesundheit Sorgen machen?“

Sie lachte mich nur an.

Dann sah sie mir beim Anziehen zu. Als ich nackt vor ihr stand pfiff sie kurz.

„Ben, warum hast du keine Freundin?“

„Die letzte hat sich beschwert, dass ich mich zu sehr um andere Leute Kinder kümmere und ist gegangen“

„Wessen Kinder?“

„Deines.“

Sie sah mich an, worauf ich sagte „Ich mag Anna, so ein Mädchen hätte ich gerne als Tochter.“

Bea schlief nun zwei Wochen neben mir. Anna sagte nichts, sie sah mich immer nur mit großen Augen an. Einmal hörte ich, wie sie ihre Mutter fragte „Wird er mein neuer Papa?“

„Ben? Ich hoffe.“

Eine Woche später, wir lagen nebeneinander im Bett, als Bea fragte „Ben, warum willst du nicht von mir?“

Ich sah sie im Dunkeln an und sagte „Ich will mehr von dir, als ich verantworten kann.“

„Und warum machst du nichts?“

„Weil ich nicht weiß, ob du es auch willst.“

„Was?“

„Mit deinem Bruder Sex haben. Mit deinem Bruder schlafen, ihn zu lieben.“

Ich merkte, wie sie aufsprang.

„Bea, bleib, bitte“ konnte ich noch sagen, bevor sie die Tür aufriss.

„Du, du, du bist Benjamin?“

„Ja, das bin ich“

„Seit wann weißt du es?“

„Als du das mit der Erbschaft erzählt hattest, wusste ich es. Vorher hatte ich eine Ahnung.“

Sie kam zurück ins Bett und sah mich an „Ben, wieso hast du nichts gesagt?“

„Ich hatte mich verliebt, in eine starke Frau, die das Leben ihres Kindes über ihres stellte.“

„Mich?“

„Ja“

Dann kuschelte sie sich wieder ein. „Ach Ben, was machen wir nur?“

„Ich weiß nicht. Ich weiß nur eines. Ich möchte, dass du bleibst.“

Am folgenden Morgen weckte uns Anna. Sie sprang auf das Bett „Aufstehen, ihr seid zu spät“

Ich hatte Anna die letzten Wochen immer mit in den Kindergarten genommen, während Bea sich geschont und gemästet hatte.

Sie hatte schon wieder fast Idealgewicht.

So küsste ich Bea und verschwand im Bad. „Die Tür hatte ich etwas offen gelassen, denn ich war neugierig, was Anna ihre Mutter fragte „Mamma, wird er nun mein Papa?““

„Ja, Baby, ja, er wird es.“

Als ich das hörte, musste ich mich am Waschbecken festhalten, so glücklich war ich.

Ich nahm Anna an diesem Tag ohne Frühstück mit aus dem Haus. Unterwegs hielt ich kurz und holte für uns beide Frühstück.

„Anna, magst du Spinat?“

„JAAA, Spinat. Aber Mamma mag ihn nicht. Sie hat immer nur so getan.“

„Wollen wir Mamma ärgern?“

„Au ja, wie?“

„Heute Abend lade ich euch ein. Und wir essen Spinat“

„Ja, Ben, du bist gemein.“

Ich wuschelte ihr durch die Haare, das mochte und hasste sie.

„Ihhh, nicht“, rief sie und lachte mich an.

In der Firma hörte ich etwas, was nicht so schön war. Frau Hamann sagt, dass sie eine schlechte Nachricht von ihrer Schwester erhalten habe.

Sie müsse diese Betreuen, wenn sie aus dem Krankenhaus käme. Auf meine Frage, wann das soweit sei, sagte sie „In zwei, drei Wochen, vorher lassen sie die nicht raus. Und dann muss sich jemand um die Kinder Kümmern, bis sie das wieder selber kann.“

„Was hat denn ihre Schwester?“

„Die blöde Kuh hat sich das Bein gebrochen.“

„Frau Hamann.“

„Ach was, das hatte sie mir selber gesagt, als sie mich informierte.“

„Und wer kümmert sich jetzt um die Kinder?“

„Da sind noch Ferien, die sind noch verreist. Da hat sie richtig Glück gehabt.

Aber was machen wir? Ich kann sie doch nicht alleine lassen? Wer passt auf euch auf, dass ihr keinen Unsinn macht?“

„Frau Hamann“

„Na, stimmt doch. Ihr braucht eine feste Hand.“

Ich sah mir Frau Hamann an und überlegt, was wir machen könnten. Da fiel mir Bea ein. Könnte ich der das zumuten?

Als ich am Nachmittag zurück nach Hause kam, war Anna schon da, Bea hatte sie im Kindergarten abgeholt. Anna sah mich gespannt an, denn sie wusste ja, was ich mit ihrer Mutter vorhatte.

Als ich Bea fragte, ob sie mich und ihre Tochter begleiten würde, wenn wir abends fein Essen gehen würden, lachte sie und sagte zu.

In der Zeit, seit der Bea bei mir als Haushälterin gearbeitet hatte, hatte sie sich einige feine Kleidungsstücke kaufen müssen. Ich musste sie mehrfach dazu drängen. Sie suchte sich immer Sachen aus, in die sie ‚reinwachsen‘ könne.

„So wie du mich mästest, brauch ich sonst andauernd neue Sachen.“

Ich war, wie immer, erstaunt, wie schön die Frau, mit der ich das Haus und das Bett teilte, in einem solchen Kleid aussah.

Beim Abendessen war Bea zuerst böse auf Anna und mich, als sie bemerkte, dass es Spinat gab, als sie diesen Spinat, der ja nur Beilage war, aber gegessen hatte, sagte sie „Das war Spinat? Glaube ich nicht. Spinat ist eine klebrige grüne Masse, aus der es tropft. Das hier muss etwas anderes sein. Für Spinat schmeckt es viel zu gut.“

Nachdem wir Anna wieder ins Bett gebracht hatten, bat ich Bea noch einmal ins Wohnzimmer.

Sie saß auf der Stuhlkante, denn sie merkte, dass ich eine Wichtige Sache mit ihr besprechen wollte.

„Bea, ich habe ein Problem“

„Du wirfst mich raus?“

„Nein, auf keinen Fall.

Frau Hamann fällt für einige Zeit aus.“

„Ist sie krank?“ Bea wusste, wie wichtig Frau Hamann war.

„Nein, sie muss sich um ihre Schwester kümmern, die hat sich ein Bein gebrochen. Und nun habe ich mir gedacht, dass ich dich wieder genügend gemästet habe, willst du vielleicht richtig arbeiten? Und dich nicht nur mit schönen Sachen vollstopfen“

Sie haute mir eine runter, freundschaftlich, liebevoll, aber eindeutig etwas beleidigt. „Du, komm du mir ins Bett, dann erlebst du etwas.“

Dann sah sie mich an und fragte „Du meinst, ich soll deine Firma herunter wirtschaften?“

„Bea, ich habe mich erkundigt. Es lag nicht an deine Wirtschaftlichkeit, es lag an den Krediten.“

„Du hast dich über mich erkundigt? Warum?“

„Weil ich wissen wollte, wie eine Frau, die sich so energisch um ihre kleine Tochter kümmert, so eine Pleite hinlegen konnte.

Bea, es war nicht deine Schuld.“

Sie sah mich mit großen Augen an, „Aber, ich habe Schulden.“

„Bea, du hast, obwohl du wenig verdienst hast, immer deine Verpflichtungen eingehalten. Du hast sogar mehr zurückgezahlt, als du musstest. Der Mann von der Schuldnerberatung sagte mir, dass du ihn angefahren hattest, als er dir vorschlug, doch nur das zu zahlen, was du zahlen müsstest. Bea, es war nicht deine Schuld.“

Sie sah mich mit großen Augen an. Ich öffnete die Arme und sage „Komm Bea, Liebling“, und sie kam in meine Arme.

„Ach Ben“

Ich hob ihr Gesicht und küsste sie. „Bea, willst du es versuchen?“

„Was müsste ich machen?“

„Ich nehm dich morgen mit und du lässt die von Frau Hamann alles erklären.“

Sie sah mir in die Augen und nickte mit dem Kopf. „Danke Ben.“

Dann schob ich sie von mir und sagte „Und, kommst du mit ins Bett?“

„Ben, ich muss nachdenken. Ich komme nach. Du bist doch nicht böse?“

„Bea, auf was?“, dann gab ich ihr noch einem Kuss und ging ins Bett.

Als ich am folgenden Morgen aufwachte lag, sie wieder in meinen Armen. Mit ihr im Arm fühlte ich mich wohl.

Wir wurden von Anna geweckt „Papa, Mama, aufstehen, ihr müsst arbeiten“.

Bea sah mir in die Augen und sagte „Ich versuch es.“

Und so brachten diesmal Bea und ich zusammen Anna in den Kindergarten. Als Frau Hamann Bea sah, sagte sie „Sie sind seine neue Frau? Seitdem er sie hat, ist er ein anderer Mann, Vorher war er immer mürrisch oder aufbrausend, jetzt ist er wunderbar ausgeglichen. Behalten sie ihn, auch für die Firma.“

Ich musste Frau Hamann mit offenem Mund angestarrt haben, denn sie lachte „Endlich habe ich sie mal überrascht, endlich.“

Bea und Frau Hamann arbeiteten gut zusammen, doch nach drei Tagen kam Bea zu mir und sagte „Ben, ich kann das nicht machen.“

„Warum Schatz?“

„Wenn ich den Posten übernehme, bringe ich deine Firma in Gefahr“

„Warum?“

„Ich habe so hohe Schulden, dass ich bei einigen Verträgen, die deine Firma abschließen wird, nicht verhandeln kann, da ich nicht kreditwürdig bin.“ Die Tür ging auf, und Frau Hamann stand da, sie hatte die letzten Worte gehört, und nickte. „Stimmt, Ben, ihre Frau darf das nicht. Sonst ist sie die optimale Person für diesen Job.“

Ich sagte den beiden Frauen „Setzt euch“, als Bea nicht wollte, wurde ich bestimmter „Hinsetzten Frau, los“, was sie sich ganz schnell setzten ließ.

Ich holte dann einen schmalen Hefter heraus und legte diesen Frau Hamann vor.

„Auch jetzt nicht mehr?“

„Ben, was ist das?“

„Ruhe Frau“, sie sah mich an und wollte etwas sagen, was ich ihr verbat, indem ich sie böse ansah.

Frau Hamann blätterte durch den Ordner, mal vor, mal zurück, und sagte dann „Damit geht es dann. Aber, Ben ..“

„Später Frau Hamann“

„Ok, ja, so geht es.“

Bea sah von ihr zu mir und sagte dann „Würdet ihr mir mal sagen, was ihr hier über mich entscheidet?“

Frau Hamann sah mich an, und als ich nickte, sagte sie „Ben hier hat ihre Schulden bezahlt.

Alle, komplett. Bea, sie sind schuldenfrei.“

Bea sah zu mir und fragte „Warum Ben? Das war mein Fehler, meine Schulden, meine Last.“

Ich sagte zu Bea „Komm her“, sie kam zu mir und ich setzte sie mir auf den Schoß.

„Bea, ich habe dir schon einmal gesagt, das waren nicht deine Schulden. Die liefen nur auf deinen Namen.

Und deshalb habe ich die Schulden mit dem Geld aus der Stiftung bezahlt. Ich denke, Oma wäre damit einverstanden. Denn du hast gelernt, oder?“

Bea sah mich an und nickte „Oh ja.“

„Gut, und deshalb habe ich deine Schulden bezahlt.

Und jetzt geht wieder arbeiten.“ Bea wollte schon gehen, als ich noch einmal „Halt“ rief. Sie kam zurück, küsste mich noch einmal und sagte „Danke, Ben, danke.“

Frau Hamann blieb zurück, auf meine Frage „ist noch was?“ machte sie die Tür zu und fragte „Ben, was machen sie? Sie ist doch ihre Schwester.“

„Frau Hamann, das ist die Frau, die ich liebe und heiraten werde.“

Sie sah mich nur an und schüttelte den Kopf, bevor zu aus dem Zimmer ging, sagte sie dann aber doch noch „Viel Glück ihr beiden“

Ein paar Tage später saßen wir drei zu Hause beim Abendessen, als ich zum Abschluss sagte „Bea, Anna, ich habe eine Frage.“

Bea sah zu mir und Anna fragte „Ja, Papa?“

„Anna, ich habe ein Problem, ich will deine Mama was fragen, und weiß nicht, wie ich das am besten machen.“

„Du willst die fragen, ob sie dich heiratet?“

„Kluges Kind. Das musst du von deiner Mutter haben. Obwohl, Anna guck mal, wie deine Mama mich ansieht.“

„Mama, hallo Mama“, Anna stand vor ihrer Mutter und wedelte mit ihren Händen vor deren Gesicht.

„Papa, küss sie, die reagiert nicht“

„Und wenn ich sie küsse, macht sie das dann wieder?“

„Wenn du sie küsst, immer, Papa“

So küsste ich Bea, die dann ihre Arme um mich schlang und mich nicht mehr los ließ.

Wir ließen den Tisch Tisch sein und ich trug Bea in unser Schlafzimmer. Anna tanzte um uns herum und freute sich. „Papa heiratet Mama, Papa heiratet Mama“

Dann machte sie die Tür hinter uns zu, denn sie wusste, jetzt durfte sie nicht stören.

Das Meiste von den Sachen, die Bea trug, konnte ich ihr ausziehen, ohne dass sie aufhören musste, mich zu küssen. Im Bett liebten wir uns, lange genüsslich, ausdauernd und erfüllend.

Am nächsten Morgen wurde ich geweckt, in dem mich jemand küsste.

Als ich die Augen aufschlug, sah ich in Beas leuchtende Augen. Sie merkte, dass ich wach war und sagte dann nur „Ja“

„Danke, Bea“

Dann lagen wir Nebeneinader. Ich wollte sie mal wieder necken, und sagte „Mit dem Verlobungs- und Ehering wird es etwas problematischer.“

„Wieso?“

„Na ja, ich wollte, dass du den Verlobungsring auch nach der Hochzeit trägst. Platz wäre ja.“

„Wo?“, fragte sie, und sah mich dabei gespannt an.

„Den Verlobungsring bekommst du in die linke, den Ehering in die rechte Schamlippe. Und wenn du mir nicht gehorchst, bekommst du ein Schloss davor.“

Bea sah mich an und sagte dann „Du bist ein echtes Schwein, weißt du das? Mich so zu erschrecken.

Obwohl, Ringe da unten, sind keine schlechte Idee. Man könnte ja auch Glöckchen anbringen, und dann kann ich dich zur Quelle der Freude führen. Du bist ja immer etwas orientierungslos, wenn es darum geht, deine Frau ordentlich zu ficken.

Und jetzt mach das gefälligst“

Und so liebten wir uns. Ficken taten wir nur selten, meistens liebten wir uns.

Bea übernahm den Job von Frau Hamann, obwohl die anderen Mitarbeiter in der Firma sagten, sie würde mich zu sehr ablenken.

Die Hochzeit war eine kleine Feier. Ein paar Freunde, die Kollegen aus der Firma, Frau Hamann.

Unsere Eltern hatten wir nicht eingeladen. Anna stand stolz neben ihrer Mama und ihrem neuen Papa. In jeder Hand einen der beiden, und wollte uns nicht mehr loslassen.

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Diese Sexgeschichte wurde von Rafe_Cardones veröffentlicht.

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